Schilddrüse und Schlaf: Warum du trotz 8 Stunden erschöpft bist

Schlafprobleme bei Schilddrüsenerkrankungen sind kein Schlafproblem – sie sind ein Hormonstörungsproblem. Erfahre, welche drei Saboteure deine Schlafqualität wirklich blockieren und was du konkret dagegen tun kannst.

Transkript der Folge 122

Hallo, schön, dass du wieder reinhörst. Ich bekomme ja regelmäßig Nachrichten aus der Community, also von Zuhörern wie dir. Letztes Mal schrieb mir jemand: „Ich mache alles richtig, ich gehe früher ins Bett, ich lasse das Handy weg, ich habe eine Abendroutine, und trotzdem wache ich morgens auf, als hätte ich gar nicht geschlafen.“ Und dann kommt die Frage, die ich so gut kenne: „Was mache ich falsch?“ Und die Antwort ist: nichts, du machst nichts falsch, aber vielleicht hast du was übersehen. Und vielleicht ist dieses Thema auch für dich interessant.

Schlaf ist kein passiver Zustand

Schlaf ist ja kein passiver Zustand. Dein Körper nutzt die Nacht als Reparaturphase. Zellen werden erneuert, Hormone reguliert, das Immunsystem kalibriert sich quasi neu. Das alles passiert vor allem im Tiefschlaf. Und nicht die Stundenanzahl im Bett entscheidet darüber, wie erholt du morgens aufwachst, sondern wie tief du in diese Regenerationsphase reinkommst und wie lange du dort bleibst.

Schilddrüse und Schlafstörung: Die Rolle von T3

Genau da liegt das Problem, wenn die Schilddrüse nicht richtig mitspielt. Deine Schilddrüsenhormone, allen voran das aktive T3, sind direkt an deinem Schlaf-Wach-Rhythmus beteiligt. T3 beeinflusst, wie dein Körper Melatonin produziert und verarbeitet. Melatonin ist das Signal: Jetzt ist Schlafenszeit. Wenn T3 zu niedrig ist oder nicht richtig in die Zellen kommt, wird dieses Signal quasi leiser. Dein Körper bekommt es dann nicht mehr so klar wie vorher und du liegst im Bett und fragst dich, warum du morgens trotzdem nicht ausgeruht aufwachst.

Hashimoto und nächtliche Immunaktivität

Dazu kommt etwas, das ich bei Hashimoto immer wieder beobachte. Das Immunsystem hat seinen eigenen Tagesrhythmus, und bei Hashimoto läuft es nachts ganz oft auf Hochtouren. Es bekämpft körpereigenes Gewebe. Das ist dann keine Ruhephase, das ist Arbeit. So diese stillen Entzündungsschübe, die dich nicht richtig in den Tiefschlaf kommen lassen. Also du schläfst, aber dein Körper schläft nicht wirklich.

Warum Standard-Schlaftipps nicht ausreichen

Und lass uns bei einem Punkt einhaken, weil er so viele frustriert. Diese Tipps, die du überall liest, sind ja nicht falsch. Kein Bildschirm mehr, gedämmtes Licht, früher runterfahren, das alles ist sinnvoll. Aber es löst das Problem nicht, wenn die Ursache im Hintergrund weiterläuft. Du kannst das Licht dimmen, so viel du willst. Wenn dein T3 zu niedrig ist, wird die Melatoninproduktion trotzdem nicht richtig funktionieren. Du kannst so früh ins Bett gehen, wie du möchtest. Wenn dein Cortisol abends noch auf Hochtouren läuft, wirst du trotzdem nicht wirklich gut einschlafen. Und wenn Hashimoto nachts das Immunsystem aktiv hält, hilft dir keine Routine gegen diesen Eingriff in deinen Tiefschlaf.

Das ist keine schlechte Nachricht. Ich finde, es ist eine gute, denn es bedeutet: Du machst nichts falsch, du hast nur bisher an der falschen Stelle angesetzt. Ich sage meinen Kundinnen immer: „Wenn du sagst, ich schlafe doch genug und trotzdem erschöpft bist, dann schau nicht auf den Schlaf. Schau auf das, was dahinter steckt.“ Und fast immer landen wir bei denselben drei Punkten.

Die drei Saboteure der Schlafqualität

Wir haben nämlich drei Saboteure. Der erste Saboteur ist Cortisol zur falschen Zeit. Cortisol ist ja quasi dein Wachmacherhormon. Morgens hoch, abends runter, so ist es eigentlich gedacht. Bei Schilddrüsenproblemen ist diese Kurve aber nicht selten verschoben. Cortisol bleibt dann abends zu hoch. Du liegst im Bett, der Kopf dreht sich, du kannst einfach nicht runterkommen. „Ich bin doch nicht müde, warum kann ich dann nicht schlafen?“ Das sind so diese Gedanken. Das ist kein Widerspruch, das ist einfach Cortisol zur falschen Zeit. Und morgens, wenn du eigentlich klar sein solltest, ist quasi der Cortisol-Spiegel im Keller. Deshalb kommst du so schwer aus dem Bett. Das ist also kein Schlafproblem, das ist ein Hormonproblem.

Nährstoffmängel und ihre Auswirkungen auf den Schlaf

Der zweite Saboteur ist natürlich der Nährstoffmangel. Eigentlich in der Mehrzahl: Nährstoffmängel, die den Schlaf direkt blockieren. Drei Nährstoffe tauchen da in meiner Arbeit mit Kundinnen rund ums Thema Schlafen immer wieder auf. Und das sind Magnesium, Vitamin D und Eisen. Magnesium ist direkt an der Entspannung des Nervensystems beteiligt. Wenn es fehlt, bleibt das Nervensystem in einem leichten Daueralarm, auch nachts. Vitamin-D-Mangel ist bei Hashimoto fast schon Standard und hängt nachweislich mit Schlafqualität zusammen. Und Eisenmangel, der häufigste Mangel bei Frauen mit Schilddrüsenproblem, stört die Sauerstoffversorgung der Zellen und damit direkt, wie tief du schlafen kannst. Du kannst dir also die teuerste Schlafmaske kaufen. Wenn diese Mängel nicht behoben sind, wirst du trotzdem nicht wirklich tief schlafen. Das ist Biochemie.

Der dritte Saboteur, das ist diese nächtliche Immunaktivität bei Hashimoto, hatte ich ja gerade schon mal erwähnt. Das ist der Punkt, über den eigentlich am wenigsten gesprochen wird. Dein Immunsystem kämpft nachts, während du eigentlich regenerieren sollst, und das kostet Energie. Das stört quasi die Schlafarchitektur, und das erklärt, warum Frauen mir sagen: „Ich habe acht Stunden geschlafen und fühle mich, als hätte jemand mir die Energie über Nacht geklaut.“ Das ist keine Einbildung, dein Körper hat nämlich die ganze Nacht gearbeitet.

Konkrete Maßnahmen gegen Schlafstörungen bei Schilddrüsenproblemen

So, was kannst du konkret tun? Drei Stellschrauben, die ich immer gerne mitgebe, sind: beobachte deinen Abend. Wann wirst du plötzlich hellwach, obwohl du den ganzen Tag müde warst? Das ist nicht der zweite Wind, das ist Cortisol zur falschen Zeit. Schreib es auf, erkenne das Muster. Wissen ist immer der erste Schritt. Dann überprüfe deine Nährstoffversorgung. Magnesium abends ist eine einfache, sinnvolle Unterstützung für das Nervensystem. Vitamin D und Eisen sollten aber auf Basis deiner Werte angegangen werden, nicht auf Verdacht. Ohne Befund ist jede Ergänzung ein Blindflug, vergiss das nicht.

Und dann das Wichtigste: Schau auf die Ursache. Schlafprobleme bei Schilddrüsenproblemen sind ein Symptom. Und Symptome verschwinden nicht, wenn man an ihnen herumschraubt. Sie verschwinden, wenn man das angeht, was dahintersteckt. Nicht den Schlaf optimieren, solange die Schilddrüse nicht im Blick ist. Nicht Melatonin nehmen, solange du nicht weißt, wie es mit deinem T3-Wert steht.

Und wenn du anfangen willst, deine Schilddrüsenwerte wirklich zu verstehen, also was sie bedeuten, was sie beeinflusst, wie du sie einordnest, dann habe ich einen kostenlosen Guide für dich.

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Schlaf als Spiegel deines gesamten Systems

Also lass uns das Gesamtbild nochmal anschauen. Ja, ich spreche auch in anderen Folgen viel über Cortisol, über Nährstoffe, über das Immunsystem bei Hashimoto, weil diese Themen immer wieder zusammenhängen. Der Schlaf ist kein isoliertes Problem. Er ist ein Spiegel davon, wie dein gesamtes System gerade aufgestellt ist. Wenn du morgens aufwachst und dich fragst, warum du trotz allem nicht ausgeruht bist, dann weißt du jetzt, wo du hinschauen solltest. Nicht auf die Schlafdauer, nicht auf die Matratze, sondern auf deine Schilddrüse, deine Hormone und deine Nährstoffe. Du kannst alles ändern, was du willst, aber nur, wenn du weißt, was du wirklich ändern musst.

Wenn dir die Folge weitergeholfen hat, freue ich mich über eine 5-Sterne-Bewertung, oder teile sie doch mit jemandem, der das gerade hören sollte. Und wir hören uns in der nächsten Folge.

Als zertifizierte Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit & Ernährungsmedizin mit Schwerpunkt auf Hormone & Schilddrüse zeige ich dir, wie du dir auf natürlichem Weg deine Energie zurückholst.

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