Hashimoto & Wechseljahre - häufig verwechselt

 

Schilddrüsenfunktionsstörungen nehmen im Alter und vor allem im Bereich der Wechseljahre zu.

Insbesondere Hashimoto tritt gehäuft auf, weil mit zunehmendem Alter die Entzündungsbereitschaft des Körpers und damit auch der Schilddrüse steigt.

Wieso Hashimoto und auch andere Schilddrüsenprobleme gerade im Zeitraum der Wechseljahre häufig unerkannt bleiben und welche Folgen das hat, erzähle ich dir in diesem Beitrag.

 

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Die Wechseljahre sind ein Zeitraum

Die Wechseljahre oder Menopause ist ein Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. Statistisch gesehen befinden wir uns zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr.

Natürlich gibt es auch ein früheres Eintreten und auch ein verspätetes Eintreten in diese hormonelle Umstellungsphase.

Es passiert also deutlich mehr als das, was wir häufig hören, nämlich die Beschwerden im Bereich der Wechseljahre, die meist "nur" in der Hochphase, also circa. 5 bis 7 Jahre lang zu spüren sind.

Zeitraum der hormonellen Umstellung in der Menopause mit einzelnen Stationen

 

Bekannte Beschwerden

Die wohl bekanntesten Beschwerden in den Wechseljahren sind

  • Müdigkeit
  • Hitzewallungen und Schweißausbrüche
  • Gewichtsprobleme
  • Haarausfall
  • depressive Verstimmungen
  • Gereiztheit
  • Nervosität
  • Muskelschmerzen
  • Schlafprobleme
  • psychische Erschöpfung
  • Osteoporose

Gehst du also im Zeitraum der Wechseljahre zum Arzt, werden diese Beschwerden häufig als "normal und altersbedingt" beurteilt und einzig auf die Wechseljahre geschoben. Leider werden dann Schilddrüsenfunktionsstörungen häufig nicht in Betracht gezogen.

Warum ist das so ganz einfach? Die Symptome bei Hashimoto und den übrigen Schilddrüsenfunktionsstörungen ähneln sich extrem.

Daher ist es wichtig, an eine Untersuchung der Schilddrüse und der Schilddrüsenhormone zu denken. Erst dann kannst du wissen, was tatsächlich vorliegt.

 

Veränderungen der Schilddrüse in den Wechseljahren

Bekannt ist, dass sich die Schilddrüse in den Wechseljahren sowohl physiologisch als auch funktionell verändert.

 

Symptome einer Unterfunktion

Was heißt das? Sie flacht ab, es kommt zu einer krankhaften Vermehrung des Bindegewebes und auch des Lymphgewebes und als Folge davon verkleinert sich die Schilddrüse und auch ihre Kapazität, das Spurenelement Jod aufzunehmen.

Der Stoffwechsel verlangsamt sich und die Schilddrüsenhormonproduktion sinkt. Natürlich ist das abhängig von der Jod-Versorgung und auch von dem Einfluss bestimmter Medikamente.

Aber hier ist ein klarer Zusammenhang zu sehen zu den Symptomen der Schilddrüsenunterfunktion.

 

Symptome einer Überfunktion

Umgekehrt kann es ähnlich aussehen. Wenn die körpereigene Produktion von Progesteron und Östrogen im Laufe der Wechseljahre abnimmt, sinkt auch der Schilddrüsenhormonbedarf. Werden dennoch ausreichend Schilddrüsenhormone produziert, der Bedarf ist aber nicht da, kann es schnell zu Symptom einer Überfunktion kommen.

 

Und eine Schilddrüsenerkrankung kann die Beschwerden in den Wechseljahren verstärken.

 

Ein gefühltes Wirrwarr!

 

Wechseljahre & Hashimoto

Kommen wir zurück zur Hashimoto.

Sie ist in den Wechseljahren häufig die Ursache für eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion.

Subklinisch bedeutet, dass du nur leichte oder nicht offensichtliche Symptome hast.

Bei der Hashimoto geht man, ganz vereinfacht gesagt, davon aus, dass es von einer Überfunktion am Anfang in eine langfristige Unterfunktion geht, je nach Verlauf. Natürlich gibt es das auch im Wechsel durch akute Schübe.

Passiert dies erst in den Wechseljahren, so decken sich alle Symptome der Wechseljahre, mit denen der Überfunktion und der Unterfunktion, sowie auch mit dem Wechsel im Rahmen der Hashimoto.

Wichtig zu wissen ist, dass Hashimoto oft sehr spät erkannt wird.

Es gibt zum Beispiel den weitestgehend symptomlosen, schmerzlosen Verlauf, sodass du vielleicht erst mal gar nichts spürst. Sie kann aber auch schnell mit

  • Burnout
  • Wechseljahresbeschwerden
  • dem metabolischen Syndrom oder
  • einem normalen Alterungsprozess

verwechselt werden.

 

Warum Verwechslungsgefahr?

Vielleicht fragst du dich, wie sowas überhaupt verwechselt werden kann.

Das liegt daran, dass die Schilddrüse mit den anderen Hormondrüsen verbunden und eng an das Nervensystem gekoppelt ist. Alles arbeitet quasi wie Zahnrädchen zusammen.

Daher sollten so unklare Zustände besser nicht alleine betrachtet, sondern in ihrer Gesamtheit geprüft werden. Nach genauer Prüfung können die Symptome und auch der Krankheitsverlauf durch verschiedenste Maßnahmen beeinflusst werden.

 

Wichtig bei der Behandlung

Medizinisch liegt der Unterschied in der Behandlung meist darin, dass genauer überwacht und behandelt werden darf.

Bei Symptomen einer Überfunktion ist acht zu geben. Denn wird die Überfunktion nicht berücksichtigt und behandelt, kann das Überangebot an Schilddrüsenhormonen und die dadurch erhöhte Stoffwechselgeschwindigkeit mit einem

  • Risiko für Herzfunktionsstörungen
  • Vorhofflimmern
  • Frakturen aufgrund von Osteoporose und auch
  • Demenz

verbunden sein.

Bei Symptomen einer Unterfunktion ist der Schweregrad der Schilddrüsenerkrankung zu berücksichtigen, aber auch das Alter und der individuelle Herz-Kreislauf-Zustand. Das L-Thyroxin, also die Schilddrüsentablette, muss langsam und vorsichtig eingeschlichen werden.

Eine Überbehandlung mit L-Thyroxin kann bei postmenopausalen Frauen mit einem erhöhten Risiko für

  • koronare Herzerkrankungen
  • Vorhofflimmern und
  • erheblichem Knochenverlust

verbunden sein.

 

Eine Ernährungsumstellung hilft und unterstützt

Hier ist es deshalb in meinen Augen umso wichtiger, auf eine sehr gute, individuell auf die Symptome abgestimmte Ernährung zu achten. Damit meine ich vor allem Lebensmittel mit der richtigen Wirkung auf den Körper.

Zusätzlich ist die Versorgung mit Mikronährstoffen vor allem bei einem Mangel essenziell.

Auch Stress hat einen erheblichen Einfluss auf das Immunsystem und die Entzündungsaktivität des Körpers. Er beeinflusst daher direkt die Hormondrüsen und triggert vor allem auch Hashimoto. Ein paar kleine Veränderungen in der Lebensweise können daher schon Wunder wirken.

Bei dieser Vorgehensweise werden nicht nur wie bei einer L-Thyroxin-Gabe oder der Gabe eine Schilddrüsenblockers die Folgen einer hormonellen Schieflage behandelt, sondern du kannst auch die Ursache der Erkrankung beeinflussen und das natürlich ohne Nebenwirkungen.

Am Ende des Tages zählt immer nur eins: Den Körper wieder individuell zu seiner Selbstregulation zu führen und nach Kräften zu unterstützen.

Es gibt immer einen Weg. Also lass dich nicht unterkriegen, denn du weißt ja, du kannst alles ändern, was du willst.

 

Quellen:

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28721126/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17448261/


Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie hilft Frauen, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion mit individuell optimierter Ernährung und ein paar kleinen Veränderungen in der Lebensweise effektiv und nachhaltig zu verbessern. 

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