L-Thyroxin-Nebenwirkungen: Was steckt hinter der vermeintlichen Wunderpille?

 

Du hast Hashimoto oder eine Schilddrüsenunterfunktion? Dann kennst du vielleicht auch den täglichen Kampf – die Müdigkeit, das Gefühl, dass man nicht auf die Beine kommt, die Kraftlosigkeit, die Gewichtszunahme, die Probleme mit Haut und Haar. Aber es gibt ja L-Thyroxin! 

L-Thyroxin mag für viele die Lösung sein. Es soll den Körper mit dem notwendigen Schilddrüsenhormon versorgen und gleichzeitig zahlreiche Beschwerden beseitigen. Doch trotz aller großen Erwartungen bleiben sie für viele nur ein Traum, begleitet von Nebenwirkungen. 

Millionen von Menschen nehmen täglich L-Thyroxin ein und sehr viele haben trotzdem noch Beschwerden. Und es kann auch sein, dass es bei dir völlig wirkungslos ist. Also lass uns daher mal näher betrachten, was es mit den Nebenwirkungen von L-Thyroxin auf sich hat und welche Alternativen du in Betracht ziehen solltest.

 

Keine Zeit fürs Video? Du liest lieber? Kein Problem:

 

Was ist L-Thyroxin?

L-Thyroxin, auch als Levothyroxin oder T4 bekannt, ist ein synthetisch hergestelltes Hormon, das hauptsächlich zur Behandlung von Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt wird. Es ist das am häufigsten verschriebene Medikament in Deutschland und eines der am häufigsten verkauften rezeptpflichtigen Medikamente. Damit lässt sich also auch perfekt Geld verdienen. Und Marktanalysen zeigten, dass die Gewinne in diesem Bereich steigen werden. Hab das mal im Hinterkopf!

Ärzte raten vielen Frauen, L-Thyroxin einzunehmen, um die Schilddrüsenhormone im gewünschten Bereich zu halten. Über die Nebenwirkungen wird dabei meist nicht großartig gesprochen. Und nur wenige Menschen lesen überhaupt den Beipackzettel! 

 

Welche Bedeutung hat es in der Behandlung?

Vielleicht denkst du jetzt, dass es auch ein lebenswichtiges Medikament sein kann. Ja, kann es. Es gibt verschiedene Erkrankungen der Schilddrüse oder auch die Schilddrüsenentfernung, die eine Einnahme verpflichtend machen können. Darum soll es hier auch gar nicht gehen. 

Ich möchte mit dir eher darüber sprechen, dass dieses Mittel auch verschrieben wird, obwohl man die Schilddrüse auf natürlichem Weg in den Griff bekommen könnte. 

Zusätzlich wird es oft überflüssigerweise verschrieben, ohne tatsächlich alle Blutwerte und Symptome gründlich zu kontrollieren.

Und wie oft es einfach gedankenlos eingenommen wird, obwohl die Schilddrüse auf normalem Weg ihre Aktivität wieder erhöhen könnte, wenn der betroffene Mensch nur seine Ernährung und Lebensweise verändern würde.

Und das ist doch der Punkt:

Willst du Tabletten abhängig sein oder vorher lieber versuchen, einen Weg aus dem Dilemma zu finden? Was verlierst du?

Probiere doch parallel zur Tabletten-Einnahme, deine Schilddrüse zu stärken und dann ggf. komplett auf Tabletten verzichten zu können.

 

Wie wird L-Thyroxin üblicherweise dosiert?

Schauen wir uns einmal an, wie L-Thyroxin im Regelfall dosiert wird.

Im Optimalfall beginnt man mit einer niedrigen Dosis. Meist sind das 25 Mikrogramm. Sollte das nicht ausreichen, kann die Dosis schrittweise erhöht werden. Im Regelfall in 25er-Schritten und die höchste Dosis liegt bei 200 Mikrogramm pro Tag. 

Ein grober Richtwert für die passende Dosis sind übrigens 1,5 Mikrogramm/kg Körpergewicht. 

Aber Achtung: Wenn du älter bist, solltest du besonders vorsichtig sein. Denn eine zu hohe Dosis kann zu Problemen führen, wenn du etwas am Herzen hast oder Bluthochdruck leidest. 

Und Studien zeigen, dass gerade bei älteren Menschen der Therapieerfolg mit L-Thyroxin unter den erhofften Erwartungen bleibt und zu weiteren Beschwerden führen kann. 

Insgesamt ist es also sehr individuell und zeitaufwendig, eine passende Dosierung zu finden. Das wissen viele vorher auch nicht. Sie denken, dass mit der Tablette alles sofort geregelt ist. Gut, die Dauer würde ich ja noch in Kauf nehmen, wenn die Tabletten auch tatsächlich helfen würden und vor allem, wenn die Nebenwirkungen nicht so unangenehm sein könnten.

 

Nebenwirkungen L-Thyroxin: Lauern auch Gefahren?

Denn jedes Medikament hat Nebenwirkungen. Es gibt keins ohne! Deshalb solltest du dich immer fragen, ob es auch andere Wege gibt. Tabletten-Einnahmen beschränke ich rigoros auf die Situationen, in denen sie unumgänglich sind. 

Und dann wird auch empfohlen, dass die Menschen, die es einnehmen, regelmäßig Blutuntersuchungen machen und ihren Arzt oder Endokrinologen über die möglichen Nebenwirkungen auf dem Laufenden halten. Aber seien wir mal ehrlich: Das passiert häufig nicht. Meist noch nicht mal jährlich. Das höre ich immer wieder von meinen Kundinnen. Für mich unvorstellbar.

 

Die häufigsten Nebenwirkungen von L-Thyroxin

L-Thyroxin kann zu vielen Nebenwirkungen führen, die du kennen solltest. 

Viele Frauen berichten von

  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Gewichtszunahme - teilweise trotz Appetitlosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Libidoverlust
  • Energielosigkeit

 Hinzu kommen noch

  • Muskelschwäche, Muskelzittern oder Muskelschmerzen
  • Herzklopfen
  • Magen-Darm-Störungen wie Durchfall oder Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen
  • Juckreiz und Hautausschlag

Und auch eine Abnahme der Knochendichte bzw. ein erhöhtes Risiko für Osteoporose. 

Auch Stimmungsschwankungen, Unruhe, Nervosität, Angstzustände und Depressionen können eintreten. 

Es kann zu einer Veränderung des Cholesterinspiegels im Blut kommen, zur Erhöhung der Calciumkonzentration oder zur Ausschüttung von Stresshormonen. 

Auch schwerwiegendere Nebenwirkungen wie

  • Herzrhythmusstörungen
  • Nierenversagen
  • oder allergische Reaktionen

sind möglich, wenn die Behandlung nicht richtig durchgeführt wird.

In manchen Fällen kann es zu einer Überdosierung kommen, die zu Herzklopfen, erhöhter Körpertemperatur, Schlafstörungen, Zittern und erhöhtem Blutdruck führen kann. 

Die Behandlung mit L-Thyroxin ist übrigens auch mit einem erhöhten Krebsrisiko verbunden.

 

Hast du dir über diese recht lange Liste mal Gedanken gemacht?

Und bitte, sag mir jetzt nicht, dass es im Beipackzettel viel harmloser aussieht. Selbst wenn dort einiges in der Rubrik „nicht bekannt, weil die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar ist“ steht. Was meinst du, warum es dort steht? Hat auch viel mit einer rechtlichen Absicherung zu tun...

 

Und hast du dir mal die Wechselwirkungen mit anderen Tabletten angesehen?

Ich sage dir, lies es dir durch und recherchiere mal. Aber bitte nicht bei Google, sondern in vernünftigen Quellen. Wie finanziert sich Google? Richtig, mit Werbung. Wer schaltet Werbung? Richtig, die Pharmaindustrie. Also was steht wohl auf Seite 1 bei Google? Genau… Aber zurück zum Thema.

 

Wie erkenne ich Anzeichen von Nebenwirkungen?

Wie du siehst, sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen und können auf lange Sicht schwerwiegend sein. Daher ist es wichtig, die Anzeichen und Symptome von Nebenwirkungen zu kennen und natürlich auch so früh wie möglich zu erkennen.

Beobachte dich also gut und wenn du etwas feststellst, dann zögere nicht, deinen Arzt darauf hinzuweisen. Die ersten Anzeichen sind meist Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen.

 

Gefahren der langfristigen Einnahme

L-Thyroxin wird leider meist ohne Alternativen besprochen zu haben - je nach Fall - als ein lebenslanges Medikament verschrieben.

Heißt auch, die Gefahr für die Nebenwirkungen steigt mit der Zeit.

Wenn du es aufgrund einer speziellen Schilddrüsenproblematik einnehmen musst, ok.

Aber wenn es noch eine Chance zur Erholung der Schilddrüse gibt, dann lass dir gesagt sein, wenn du fortwährend L-Thyroxin einnimmst, wird deine Schilddrüse im Laufe der Zeit immer kleiner und stellt ihren Dienst ein. Das ist ja sicherlich nicht das, was du möchtest, oder?

 

Ist L-Thyroxin die beste Therapieoption?

Viele Ärzte empfehlen L-Thyroxin, weil es die meistverschriebene Behandlungsmethode ist, aber das bedeutet nicht, dass es die beste Option ist. Es ist wichtig, dass du dich über alle Behandlungsmöglichkeiten informierst und schaust, ob es vielleicht andere, weniger beeinträchtigende Therapien gibt, die besser zu dir passen. 

Leider empfehlen viele Ärzte L-Thyroxin als erste Option, da es ein leicht zu verschreibendes und leicht zu handhabendes Medikament ist. Der Arzt ist auf diese Art der Behandlung spezialisiert und hat nicht immer das nötige Wissen, um Patienten über alternative Behandlungsmethoden aufzuklären. 

Andere Therapien wie Ernährungsumstellung, Akupunktur, Homöopathie oder Kräutermedizin können ebenso wirksam sein, wenn es um die Behandlung von Schilddrüsenstörungen geht - ohne Nebenwirkungen. 

Denk nur mal über folgenden Fakt nach: Im Körper hat L-Thyroxin keine direkte Wirkung. Es muss erst in der Leber oder im Darm aktiviert werden, damit T3 entsteht. Erst diese Form ist aktiv im Körper. Klappt dieser Schritt der Aktivierung nicht, würde hier bereits die erste Hürde sein, dass die Wirksamkeit des Medikaments nicht wie gewünscht eintritt - ist auch logisch.

Mal abgesehen davon haben internationale Forscher festgestellt, dass L-Thyroxin bei Erwachsenen mit subklinischer Schilddrüsenunterfunktion wirkungslos ist. Subklinisch bedeutet, dass weder dir noch deinem Arzt typische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auffallen, aber dein TSH-Spiegel deutlich erhöht ist. Viele Ärzte prüfen nur den TSH ohne weiteren Blutwerte und verschreiben dann L-Thyroxin.

Jetzt denkst du dir vielleicht, das wird ja nicht häufig vorkommen, aber wir sprechen hier von 3 bis 10 % der deutschen Bevölkerung, die betroffen sind.

 

Alternativen zur Behandlung von Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion

Es gibt wirklich gute, nebenwirkungsfreie Alternativen zu L-Thyroxin - sofern du zu denjenigen gehörst, die auf das Medikament nicht zwangsläufig angewiesen sind. Es ist möglich, die Symptome einer Hashimoto- oder Schilddrüsenunterfunktion drastisch zu verbessern, ohne auf die Einnahme von L-Thyroxin angewiesen zu sein. 

Ernährung und Lebensstil spielen dabei eine sehr wichtige Rolle. Beides ist ohnehin bei absolut jeder Erkrankung die Basis-Therapie!!!


Ungesunde Lebensmittel sollten reduziert werden, nährstoffreiche Lebensmittel solltest du drastisch erhöhen. Du benötigst einen konkreten Plan, der auf eine für dich individuell gesunde Ernährung ausgerichtet ist. Dann kann er die Symptome beträchtlich lindern und zur Erholung der Schilddrüse beitragen. 


Hashimoto und auch die Schilddrüsenunterfunktion haben immer viel Nährstoffmangel zu tun. Daher ist es oftmals hilfreich und sogar nötig, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Es gibt eine ganze Reihe an Nährstoffen, die eine wichtige Rolle bei der Schilddrüsenfunktion spielen. Das sind nicht nur ein oder zwei Produkte.


Ebenso wichtig ist Bewegung. Regelmäßige, moderate körperliche Aktivität hilft dir, deinen Stoffwechsel zu verbessern, den Blutzucker zu regulieren und Stress zu reduzieren. Auch Yoga und Meditation sind optimal geeignet.

Nicht zu vergessen, ein guter, erholsamer Schlaf! Schlaf ist die Zeit der Regeneration und extrem wichtig, um wieder gesund zu werden.

All diese Faktoren verbessern dein Wohlbefinden enorm, helfen deiner Schilddrüse und unterstützen die körpereigene Immunabwehr, was im Fall von Hashimoto essenziell ist. 

Auf diese Weise stärkst du deine Schilddrüse ohne Nebenwirkungen. 

 

Fazit: Ist L-Thyroxin eine Wunderpille oder gibt es einige Faktoren, die berücksichtigt werden müssen?

Nein! Die Nebenwirkungen und auch die Wirkungslosigkeit von L-Thyroxin in vielen Fällen sprechen dagegen. Eine ganzheitliche Behandlung ist immer notwendig und kann beim Umgang mit den Symptomen eine viel größere Rolle spielen als L-Thyroxin allein. Fazit ist, mit einer Optimierung von Ernährung und Lebensstil hast du ein wirklich wirksames Werkzeug, um die Schilddrüsenfunktion zu verbessern.

Ein Medikament kann helfen, kurzfristig bis mittelfristig. Aber wenn du nicht weißt, worauf du dich damit einlässt, kannst du am Ende nicht die bestmögliche Entscheidung für deine langfristige Gesundheit treffen.

 

Mein Ratschlag: L-Thyroxin-Einnahme sorgfältig abwägen

In meinen Augen solltest du immer versuchen, die Schilddrüsenfunktion zu unterstützen und im besten Fall wieder herzustellen. Und das passiert nun mal nicht, wenn du Medikamente einnimmst, die die Ursache nicht bekämpfen.

Also wäge gründlich ab, ob du das Medikament wirklich benötigst oder es auch andere Wege gibt.

Wie viele Menschen sind einfach nur zu faul, sich wirklich um ihre Gesundheit zu kümmern.

Dabei ist das doch das höchste Gut im Leben und wenn du dich jetzt nicht kümmerst, dann zahlst du am Ende den Preis. Immer! Eine gesunde Ernährung und Lebensweise helfen ja nicht nur deiner Schilddrüse, sondern insgesamt.

In meinen Mentorings & Beratungen höre ich immer wieder: "Ich hätte nicht gedacht, wie viel besser es mir jetzt geht." Und das ist genau der Punkt. Du hast dich an dein Leben so sehr gewöhnt, dass es normal ist. Die Tabletten-Einnahme ist nur ein paar Sekunden am Tag und das ist auch völlig normal. Und du ahnst nicht, wie viel besser es sein könnte, aber um das zu erfahren, musst du etwas tun. 

Wenn du das Ganze mit einem gezielten Plan angehen möchtest, dann optimiere mit einem bewährten System Schritt für Schritt deine Ernährung und deine Gesundheit sowie deinen Lifestyle. Auch du kannst deine Schilddrüsenfunktion unterstützen und stärken.

Ich weiß, dass du alles ändern kannst, was du willst. Die Frage ist immer wieder, wann du es selbst erkennst, aufstehst und losgehst.

 

Hier einige Quellen dazu:

Adverse effects of long-term Levothyroxine therapy in Subclinical Hypothyroidism - PubMed

Levothyroxine treatment is associated with an increased relative risk of overall and organ specific incident cancers - a cohort study of the Swedish population - PubMed

L-Thyroxine Therapy for Older Adults With Subclinical Hypothyroidism and Hypothyroid Symptoms: Secondary Analysis of a Randomized Trial - PubMed

Thyroid hormones treatment for subclinical hypothyroidism: a clinical practice guideline - PubMed

Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie begleitet Betroffene dabei, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion auf natürlichem Weg aktiv zu verbessern, damit sie wieder Energie haben.

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