Schilddrüsenfunktion verbessern: Die Rolle von Hypothalamus und Hypophyse

 

Diesmal ein Thema, das für viele Betroffene von Hashimoto und Schilddrüsenunterfunktion von großer Bedeutung ist. Oft konzentrieren sich die Diskussionen über Schilddrüsenprobleme nur auf die Schilddrüsenhormone selbst. Aber wusstest du, welche Maßnahmen bereits im Vorfeld eine riesige Unterstützung für deine Gesundheit sind?

 

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Ich möchte mit dir mal anschauen, wie das Zentralnervensystem, der Hypothalamus und die Hypophyse zusammenarbeiten und wieso Stressmanagement und Ernährung eine entscheidende Rolle spielen - schon weit bevor es um die Schilddrüse geht. 

Es geht jetzt nicht um Symptome oder eine direkte Behandlung, sondern um ein tieferes Verständnis und die Möglichkeit, durch den richtigen Lebensstil und die richtige Ernährung deine Gesundheit positiv zu beeinflussen.

 

Das Zentralnervensystem

Das Zentralnervensystem, kurz ZNS, ist das Steuerzentrum unseres Körpers und besteht aus den Nervenstrukturen im Gehirn und dem Rückenmark.

Das ZNS ist verantwortlich für die Verarbeitung und Übermittlung von Informationen im Körper. Es steuert sämtliche Körperfunktionen, von den einfachsten Reflexen bis hin zu komplexen Verhaltensweisen und Denkprozessen.

Aber das ZNS ist nicht nur ein passiver Übermittler von Informationen. Es spielt eine sehr aktive Rolle in der Regulierung von Hormonen und damit auch in der Steuerung der Schilddrüse.

 

ZNS: Steuerzentrale des Körpers

 

Ein zentrales Element dabei ist der Hypothalamus. Der Hypothalamus ist eine kleine Struktur im Gehirn, die wie ein Thermostat für ganz viele Körperfunktionen wirkt. Er reguliert etwa

  • den Schlaf-Wach-Rhythmus

  • den Appetit

  • und das Hormonsystem. Dabei steht der Hypothalamus in direktem Kontakt mit der Hypophyse, also der Hirnanhangdrüse.

Kurz gesagt, das ZNS ist DIE Verbindungsstelle zur Außenwelt. Und dort startet dein hormoneller Prozess für die Schilddrüsenhormone im Körper. 

Verschiedene Neurone werden über das ZNS getriggert und lösen dann die Biosynthese vom TRH aus. Lass uns das näher anschauen.

 

Der Hypothalamus & TRH

Der Hypothalamus ist entscheidend für die Hormonregulation im Körper. Er wird über das ZNS angestupst und, um bei unserem Thema zu bleiben, produziert dann einen Signalstoff für die Hypophyse. Dieser Signalstoff ist das TRH.

TRH steht für Thyreotropin-Releasing-Hormon. 


Was heißt jetzt, vom ZNS angestupst? Das heißt, dass die Aktivierung durch Anforderung bzw. Stress, durch das limbische System, einen Bereich im Gehirn, der Emotionen verarbeitet und auch durch eine niedrige Körpertemperatur erfolgt. Das behalten wir mal im Hinterkopf. 

TRH stimuliert zum einen die Hormone, wie etwa die Freisetzung von TSH in der Hypophyse. Aber es wirkt als Neurotransmitter auch direkt im Gehirn und nimmt dort Einfluss:

  • auf die Thermoregulation,
  • es bremst den Appetit,

  • es wirkt auf die Schmerzunterdrückung und

  • die Schlaf-Wach-Regulation. 

 

Hypothalamus produziert TRH


TRH wird rhythmisch freigesetzt. Das Maximum wird um 0 Uhr ausgeschüttet, das Minimum um 17 Uhr. Das ist zum Beispiel auch ein Grund dafür, dass Blut für die Bestimmung der Schilddrüsenhormone morgens abgenommen wird und nicht nachmittags. Wenig TRH wäre wenig TSH und daher hättest du keinen guten Vergleichswert. 

TRH hat noch weitere Wirkungen:

  • Es stimuliert die Magensäureproduktion und die Peristaltik.

  • Es stimuliert und steigert die Herzfrequenz und den Blutdruck.

  • Es stimuliert die Enzyme der Bauchspeicheldrüse

  • und es wirkt auf die Sekretion von Insulin.

 

Also haben wir hier schon viele wichtige Aspekte: Stress, Emotionen, Körpertemperatur, Peristaltik, also auch die Darmbewegungen für die Verdauung, die Enzyme der Bauchspeicheldrüse und sogar das Insulin. Hier gibt es also bereits den ersten Zusammenhang zum Blutzuckerspiegel! 

So früh fängt das alles bereits an! Wir sind noch gar nicht bei der Schilddrüse angekommen.

Das alles zeigt auch, wie eng unser emotionales und körperliches Wohlbefinden mit der Hormonregulation verknüpft ist. 

 

Die Hypophyse & TSH

Der Hypothalamus und die Hypophyse arbeiten eng zusammen und sind entscheidend für die Hormonregulation im Körper.

Das TRH wird im Hypothalamus freigesetzt und gibt ein Signal an die Hypophyse zur Produktion und Freisetzung von TSH.

TSH ist das Thyreoidea-stimulierende Hormon.

Das Wort steckt schon drin: Es ist das Schilddrüsen-stimulierende Hormon.

 

TSH ist dir ein Begriff, denn dieser Wert wird in der Regel beim Arzt bestimmt.

Wichtig ist hier: Es ist kein Schilddrüsenhormon. Es ist ein Hormon der Hypophyse. TSH als einziger Wert sagt nichts über die Schilddrüsenfunktion aus. Dazu braucht es immer auch die Schilddrüsenhormone. Leider, leider, leider, wird ganz oft wirklich nur der TSH bestimmt. Hatte ich jetzt noch bei einer Kundin. Es ist wirklich gruselig! 

 

Hypophyse produziert TSH

 

Ja, die Hauptaufgabe von TSH ist die Stimulation der Schilddrüse, damit diese die Schilddrüsenhormone produziert. 

Machen wir es der Vollständigkeit halber rund:

  • TSH stimuliert auch das Wachstum der Schilddrüse
  • und fördert die Bildung und den Umbau von T4 zu T3 in der Peripherie.

Also wirkt es auch noch an ganz anderen Orten im Körper. Auch das finde ich ziemlich spannend.

 

Noch spannender ist, was alles Einfluss auf den TSH-Wert nimmt:

  • Gut, eine Erhöhung von TRH ist klar, das kannst du dir denken :-)
  • Aber zusätzlich haben wir da auch noch eine Störung der Nebennierenrinde,
  • die Mangelernährung
  • und das Histamin.

Also wieder Stress, hier konkreter eine Cortisol-Problematik und wie immer die Mangelernährung, was ja ganz klar eine “falsche” Ernährung ist.

 

Lass uns noch ganz kurz über das Thema Histamin sprechen. Histamin kann die Produktion von TSH steigern, aber vor allem verstärkt es Entzündungen, die indirekt die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen können.

Und jetzt geht es gar nicht offensichtlich um Menschen mit Histaminintoleranz, was selbstverständlich zu erhöhten Histaminspiegeln führen kann und ein ganz eigenständiges Thema füllen würde, sondern vor allem um die Darmflora. 

Ich sehe es immer wieder in den Stuhl-Analyse-Ergebnissen von Kunden. Sehr häufig sind im Bereich der „schlechten“ Darmbakterien solche erhöht, die Histamin bilden. Manche merken das im Alltag, manche merken es nicht.

Überspitzt gesagt, könntest du jetzt ewig und drei Tage auf Rotwein, lang gereiften Käse und Erdbeeren verzichten, das würde nicht vollständig helfen.

Was meine ich damit? Du hast eine gewisse Kapazität, Histamin im Körper abzubauen. Wenn zusätzlich Histamin durch die Darmbakterien gebildet wird, könnte das deine Kapazität überschreiten und negative Folgen haben.

Das zeigt wieder einmal, warum der Darm ein so wichtiger Informationsgeber und warum ein Darmaufbau eine wichtige Grundlage ist. Genau deshalb biete ich sowas an.

 

Stressmanagement & Ernährung: wichtig fürs Gehirn

Stressmanagement und Ernährung haben einen direkten Einfluss auf die Hormonregulation und somit auf die Schilddrüsenfunktion. Du hast gesehen, dass es ganz oben beim Zentralnervensystem anfängt. Dort greift man idealerweise schon regulierend ein.

Das heißt, wenn du ganz vorn anfangen willst, um dein Hormonsystem zu unterstützen, dann fängt es bei der Regulation des Nervensystems an.

Deshalb biete ich eine spezielle Yoga-Methode, das Kaiut Yoga, an. Denn mit dieser Methode wird das Nervensystem perfekt reguliert. Die Fortschritte der Teilnehmer sind immer wieder erstaunlich! Gleichzeitig baust du mit dieser Methode die Körperstruktur und Körperfunktionen auf. Über die Arbeit mit dem Körper kommst du viel leichter und schneller in einen meditativen Zustand, der sein Übriges tut, wie du später bei den praktischen Tipps noch siehst. Das ist einfach ideal.

Vielleicht verstehst du jetzt auch, warum Stress der Killer Nr. 1 ist. Da brauchen wir uns gar nicht gezielt die Schilddrüse und die Nebennieren anschauen. Da kämen nur noch etliche Gründe für Stressmanagement obendrauf ;-)

 

Stressmanagement und Ernährung sind wichtig fürs Gehirn

 

Wenn wir gestresst sind oder auch emotional sehr angeschlagen, dann wird mehr TRH produziert, was zu einer verstärkten Freisetzung von TSH und letztlich zu Problemen mit der Schilddrüse führen kann.

Noch schlimmer wird es dann bei chronischem Stress, der dieses System überlasten und zu einer Dysregulation führen kann, was sich natürlich auch negativ auf die Schilddrüsenfunktion auswirkt.

 

Was die Ernährung angeht, gibt es jetzt natürlich keine Hypophyse-Diät.

Aber wer sich nicht ausgewogen und gesund ernährt, der kann es dann häufig mit ein paar Mikronährstoffen für die Schilddrüse allein nicht richten. Das ist es, was ich dir hier unter anderem mitgeben möchte.

Das ist der Grund, warum ich immer wieder sage, dass es nur ganzheitlich geht, wenn du deine Schilddrüse nachhaltig unterstützen willst. 

 

Du hast auch gesehen, wie wichtig der Darm nur im Hinblick auf Histamin sein kann. Da haben wir alle weiteren wichtigen Aspekte bislang nicht mal angesprochen.

 

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle. Eine unausgewogene Ernährung kann genauso wie unentdeckte Nahrungsmittelunverträglichkeiten die Hormonproduktion und -regulation stören. 

Hypothalamus und Hypophyse regulieren auch die Nebennierenrindenhormone Cortisol und Aldosteron. Die Nebennieren können bei Stress und falscher Ernährung also genauso in Mitleidenschaft gezogen werden, was natürlich ebenfalls wieder Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion hat. 

Jetzt könntest du dir vielleicht denken, das sind so viele Kleinigkeiten und alles ist super komplex. Ja, im Körper schon. Aber die Maßnahmen, die du wirklich als Basis benötigst, die sind überschaubar, wirken auf alles gleichzeitig und du kannst mit denselben Maßnahmen ganz viele Körperfunktionen und Organe positiv beeinflussen kannst. Ich finde es einfach und genial! 

 

Praktische Tipps

Welche praktischen Tipps habe ich für dich, um durch Stressmanagement und eine ausgewogene Ernährung deine Schilddrüsenfunktion zu unterstützen?

Im Bereich Stressmanagement bin ich ein Fan von Kaiut Yoga, weil es gleich zwei dieser Bereiche direkt abdeckt, aber auch den Schlaf maßgeblich beeinflusst. Hier nenne ich diese Aspekte im Einzelnen:

  • Atemübungen und Meditation können helfen, das limbische System zu beruhigen und den Hypothalamus zu entlasten.

  • Regelmäßige Bewegung ist wichtig. Damit ist vorwiegend moderate körperliche Aktivität, wie Spazierengehen, Yoga oder leichtes Krafttraining gemeint, was Stress reduzieren und das Wohlbefinden fördern kann.

  • Und natürlich die Schlafhygiene. Du hast gehört, wann TRH ausgeschüttet wird. Das Maximum passiert in der Nacht. Deshalb sage ich immer, dass dein Hormoncocktail für den Tag, nachts in Auftrag gegeben wird. Ausreichender und qualitativ guter Schlaf ist essenziell für die Regeneration des Nervensystems und die Hormonregulation.

Im Bereich Ernährung geht es vor allem um die Zusammensetzung und Qualität.

Weg mit ungesunden Fetten und her mit gesunden Fetten. Fettsäuren haben ebenfalls einen direkten Zusammenhang zum Entzündungsgeschehen im Körper. Und nicht nur das, dein Gehirn benötigt Fett. Es besteht zu etwa 60 % aus Fett. Die Zellmembranen der Neuronen brauchen ein gutes Fettsäurenverhältnis

 

Ausgewogene, qualitativ hochwertige Ernährung ist optimal.

 

Du hast gehört, dass der Blutzuckerspiegel schon ganz früh in dieser Aufstellung genannt wurde. Die Qualität deiner Kohlenhydrate ist also wirklich wichtig. Weg von den schnell verfügbaren Kohlenhydraten, hin zu komplexen und gesunden Kohlenhydraten. 

Und selbstverständlich benötigst du genug Protein. Denn das ist dein Baustoff im Körper. 

Wenn du den Verdacht hast, dass du eine Nahrungsmittelunverträglichkeit haben könntest, dann versuche, ihr auf die Schliche zu kommen. Denn eine Nahrungsmittelunverträglichkeit kann wieder Entzündungen auslösen und das sollte minimiert werden. 

All diese Punkte und noch viel mehr kannst du durch meine Kurse endlich als erledigt abhaken.

 

Fazit

Ganz oben, wenn es um Hormonproduktion und Regulation geht, steht das zentrale Nervensystem. Wenn du dort anfängst, das Nervensystem zu regulieren und Stressmanagement betreibst, dann erreichst du unheimlich viel.

Anschließend tritt der Hypothalamus auf den Schirm.

 

ZNS Hypothalamus Hypophyse Schilddrüse

 

Er wird durch das ZNS angestupst und schüttet das Hormon TRH aus, was dann an die Hypophyse weitergeleitet wird. Und die Hypophyse wird dazu animiert, TSH auszuschütten, was letztlich auf die Schilddrüse wirkt.

Ohne bei der Schilddrüse gelandet zu sein, hast du gesehen, wie wichtig Essen und Stressmanagement für deinen Körper und für dein Gehirn vor allem und für die wichtigen Hormondrüsen ist.

Ich hoffe, dass dein Verständnis für die Zusammenhänge noch einmal tiefer geworden ist. Das ist mir wirklich ein Anliegen, denn nur dann kannst du gute Entscheidungen treffen und bereits an der Wurzel anpacken.

Ich kann mich nur wiederholen: Eine Optimierung des Lebensstils und der Ernährung hört sich unsexy und unangenehm an, ist aber das größte Geschenk, was du dir selbst machen kannst.

Daher gilt wie immer: Du kannst alles ändern. Du musst einfach nur anfangen.

Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie begleitet Betroffene dabei, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion auf natürlichem Weg aktiv zu verbessern, damit sie wieder Energie haben.

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