Schilddrüse heilen mit Ernährung - möglich oder nicht?

 

Kannst du deine Schilddrüse mittels Ernährung heilen? Ja, das ist eine spannende Frage. Ich habe meine Schilddrüse über die richtige Ernährung geheilt. Und wie du deine Schilddrüsengesundheit ebenfalls über die Ernährung optimieren kannst, das erfährst du in diesem Beitrag.

Kurzer Spoiler vorab: bei mir gibt es keine 5 bis 7 Top-Lebensmittel und auch keine Verbote.

Stattdessen zeige ich dir beispielhaft an 3 Punkten, wieso es keine allgemeine Schilddrüsen-Ernährung für jedermann gibt und am Ende liefere ich dir meine 7 Tipps, wie du über die Ernährung deine Schilddrüse unterstützen kannst. 

 

Keine Zeit fürs Video? Du liest lieber? Kein Problem:

 

Eine allgemeine Schilddrüsenernährung gibt es nicht

Um zu verstehen, was wichtig für die Schilddrüsengesundheit ist, möchte ich dir kurz erzählen, warum es die Schilddrüsenernährung, die jedem hilft, nicht gibt. Ehrlich gesagt, finde ich die Idee sogar interessant. Normalerweise möchte es ja jeder individuell haben, aber bei der Ernährung, da darf der allgemeine Schilddrüsen-Plan funktionieren. Meine Erfahrung ist: So läuft es nicht. 

Und ich habe dir jetzt 3 Beispiele mitgebracht, die das verdeutlichen sollen. 

 

Beispiel 1: Hormonschwankungen

Frauen unterliegen Hormonschwankungen, die einen erheblichen Einfluss auf absolut alles haben. Vor allem in der Pubertät, der Schwangerschaft, den Wechseljahren und aber auch bei chronischem Stress. Plakatives Beispiel: Einem Mädchen in der Pubertät kann ich gar nicht dieselben Empfehlungen geben wie einer Frau in den Wechseljahren. 

 

Beispiel 2: Individuelle Symptome 

Blutwerte sind ausschlaggebend für den Arzt. Was ist aber mit individuellen Symptomen? Nehmen wir wieder ein Beispiel: beide Personen haben eine Schilddrüsenunterfunktion. Person A hat ständig kalte Hände und Füße. Person B ist ständig unruhig und schwitzt. In beiden Fällen würde ich zum Beispiel nicht dieselben Mahlzeiten empfehlen, weil es kontraproduktiv wäre. 

Hier braucht jede Person individuelle Empfehlungen, um die Symptome auszugleichen und den Stoffwechsel zu regulieren.

 

Beispiel 3: Es ist nie ein einziges Organ! 

Die Schilddrüse arbeitet mit den anderen Hormondrüsen zusammen. Vielleicht hätte sie selbst kein Problem, wenn sie zum Beispiel für die Nebennieren nicht ein paar kleine Aufgaben übernehmen müsste. Selten wird bei einem Check-up auch mal ein kompletter Check-up aller zusammenhängenden Organe gemacht.

Genauso verhält es sich übrigens mit Darm und Leber.

Zu 80 % sind der Darm und die Leber für eine gute Schilddrüsenfunktion verantwortlich.

Schaut man hier nicht genau hin und reguliert individuell, wird es schwierig, der Schilddrüse zu helfen. 

Dann haben wir als weiteren wichtigen Komplex noch verschiedene Entzündungsherde im Körper. Ganz kleine Mikro-Entzündungen, die sich überhaupt nicht richtig bemerkbar machen. Du kannst dir denken, keine gute Ausgangslage für die Schilddrüse. 

 

Verallgemeinern ist schwer

Und das waren jetzt nur wenige Beispiele. Du siehst also verallgemeinern, ist schwer. Klar, ganz allgemein kann man sagen, eine natürliche, frische Ernährung hilft in jedem Fall. Die Frage ist nur: Wie lange dauert es dann und könnte es nicht auch schneller gehen?

Immer wenn ich in Coachings gefragt werde, ob dies oder jenes gut ist, antworte ich: Das kommt darauf an. Nehmen wir einfach das Beispiel Milch. Für jeden gut? Definitiv nicht. Ein zu verteufelndes Lebensmittel? Auch nicht. Bei bestimmten Zuständen, kann es hilfreich sein. Aber das gilt nicht für jeden.

Person X wird mit Milchprodukten im Ernährungsplan aufgebaut. Personen Y verschleimt durch sie. Also bitte folge nicht blind irgendwelchen verwirrenden, allgemeinen Empfehlungen im Internet. 

Was kannst du für deine Schilddrüse tun?

Hier habe ich 7 Tipps für dich mitgebracht:

 

Tipp Nr. 1: Frühstücken

Dein Körper hat über Nacht gefastet. Er braucht Energie, um dich durch den Tag zu bringen. Du setzt dich ja auch nicht in ein Auto mit leerem Tank und erwartest, dass du irgendwohin fahren kannst. Frühstückst du nicht, erzeugt du Stress in deinem Körper und das schadet deiner Schilddrüse. Wähle ein leicht verdauliches Frühstück und am besten ein warmes. Hört sich aufwändig an? Ist es nicht. Ich verspreche dir, ich brauche keine fünf Minuten, um mir ein leckeres Frühstück herzurichten. 

 

Tipp Nr. 2: Schilddrüsentabletten abends

Nimmst du Schilddrüsentabletten ein und dir ist das morgens mit den Zeitabständen zum Essen alles ein bisschen zu eng und zu anstrengend? Und du kommst ohnehin morgens schlecht aus dem Bett? Dann kann es eine gute Idee sein, die Tabletten abends einzunehmen. Es gibt einige Studien¹ dazu, dass es Betroffenen dadurch besser geht. Die Tabletten wirken trotzdem genau so, wie sie sollen. 

 

Tipp Nr. 3: Alle Makronährstoffe essen

Lass keine Nahrungsmittelgruppen aus. Dein Körper benötigt alle Makronährstoffe. Verzichte nicht auf Kohlenhydrate, nur weil man sagt, sie machen dick. Auch Fette gehören dazu. Gesunde Fette sind ein sehr wichtiger Bestandteil im Körper. Unter anderem dienen Fette als Grundlage für Hormone. 

 

Tipp Nr. 4: Achte auf deine Eiweißversorgung

Eiweiße sind die Baustoffe im Körper, ohne sie geht absolut gar nichts. Du benötigst eine abwechslungsreiche Eiweißversorgung, damit auch alle verschiedenen Aminosäuren im Körper vorhanden sind.

Die Schilddrüse zum Beispiel benötigt Tyrosin. Du kennst bestimmt die Schilddrüsenhormone T3 und T4. Deren Grundstruktur besteht aus der Aminosäure Tyrosin. Jeweils zwei dieser Tyrosin-Moleküle sind aneinander gekoppelt, und an bestimmten Stellen docken entweder drei oder vier Jodatome an. Daher auch der Name T3 und T4.

Was ist nun die richtige Eiweißversorgung? Ja, das lässt sich ebenfalls nicht pauschal sagen. Denn je nach Lebensphase und Lebensumständen unterliegt auch dies Schwankungen. Zum Beispiel haben Menschen, die krank sind oder viel Stress haben, einen deutlich höheren Bedarf. Als Mindestmenge kannst du von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht ausgehen. Und je nach Ausgangsgewicht ist das schon eine echte Herausforderung, das mit der Ernährung umzusetzen.

Heißhungerattacken sind übrigens häufig auch auf eine nicht optimale Eiweißversorgung zurückzuführen. 

 

Tipp Nr. 5: Drei Mahlzeiten essen

Da kommen wir gleich zum nächsten Punkt. Lass keine Mahlzeiten aus. Fängst du erst einmal an, regelmäßig für dich passende und gut zusammengestellte Portionen zu essen, wirst du feststellen, dass es dir besser geht, du für einen guten Stoffwechsel sorgst und auch abnimmst. Du hast zwischen den Mahlzeiten dann keinen Hunger und gehst auch nicht mit knurrendem Magen in die nächste Mahlzeit.

Das alles hält deinen Blutzuckerspiegel konstant und dieser hat einen direkten Zusammenhang zu deiner Schilddrüse. Intermittierendes Fasten von etlichen Stunden am Stück ist keine gute Idee, weder für deine Schilddrüse noch für deinen Nebennieren. 

 

Tipp Nr. 6: Nahrungsergänzung ist eine Ergänzung

Nahrungsergänzungsmittel sind nicht der Heilige Gral. Die Natur ist perfekt und ein System, was wir, wenn wir mal ehrlich sind, in Gänze noch gar nicht wirklich erfasst haben. Ja, es wurden Vitamine und Mineralstoffe entdeckt. Aber weißt du, ob das alles sind, die es gibt? Oder nur die, die wir bislang identifizieren konnten? Vielleicht ist vielmehr in einem Lebensmittel drin, als draufsteht. Woher willst du also wissen, dass du mit Nahrungsergänzungsmitteln alles abdeckst?

Es rücken ja auch vermehrt die sekundären Pflanzenstoffe in den Mittelpunkt. Sind sie vielleicht genauso wichtig oder sogar noch wichtiger? Und wer weiß, ob eine jetzige Einschätzung in 20 Jahren nicht völlig falsch und überholt ist? Also lass dir gesagt sein, die Natur geht immer vor. Es sind Nahrungsergänzungsmittel. Wie das Wort schon sagt, sie kommen on top.

Die Basis ist immer eine gute Ernährung. Meist lösen sich dann viele Probleme von selbst auf. Sollte dann noch Bedarf an bestimmten Stoffen bestehen, kann besser und genauer dosiert werden. Das spart auch viel Geld und das kannst du dann in hochwertigere Lebensmittel stecken. Die Regel lautet also: erst die Ernährung, dann die Ergänzung, soweit erforderlich und individuell.

 

Tipp Nr. 7: Iss echte Lebensmittel

Im besten Fall die für dich geeigneten. Jedes echte Lebensmittel hat eine Wirkung. Diese Wirkung kannst du die wunderbar zunutze machen. Ganz vereinfacht gesagt, gibt es Lebensmittel, die dich wärmen. Denk hier zum Beispiel an Ingwer oder Pfeffer. Und es gibt Lebensmittel, die dich kühlen, zum Beispiel Rohkost.

Dann gibt es Lebensmittel, die dich befeuchten und Lebensmittel, die eine trocknende und ausleitende Wirkung haben. Ich könnte das jetzt noch komplexer machen, auf die verschiedenen Geschmäcker, die Wirkung auf die Organe oder die Zubereitungsform eingehen. Aber ich hoffe, du siehst schon, die richtigen Lebensmittel können deine individuellen Symptome ausgleichen und deinen Stoffwechsel und die Schilddrüse regulieren.

Durch geschickte Kombination dieser Lebensmittel kann also eine wundervolle Wirkung erreicht werden. 

Das waren meine 7 Tipps, die ich dir mitgeben möchte. 

 

Du bist individuell!

Und du brauchst auch deine individuelle Ernährung. Sie soll ja schließlich hundertprozentig zu dir passen und so gut schmecken, dass es dir leicht fällt, dich dauerhaft davon zu ernähren. 

Sie soll die Basis für dich sein. Denn mal ganz ehrlich, Ausnahmen müssen schließlich auch immer drin sein. Wo bleibt sonst der Spaß und die Freude am Leben? 

Denk immer dran, du kannst alles ändern, was du willst.

 

¹ Studien:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2265.2006.02681.x/abstract

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21149757/

 


Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie hilft Frauen, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion mit individuell optimierter Ernährung und ein paar kleinen Veränderungen in der Lebensweise effektiv und nachhaltig zu verbessern. 

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