[00:00:00] Hallo, da bin ich wieder. Leider hatte ich eine kleine Zwangspause – also nicht durch Zwangsurlaub, sondern weil ich ein paar Brände löschen musste. Da blieb nur Zeit für meine Kunden und für die ganz wichtigen Aufgaben. Aber jetzt bin ich wieder da, und ich freue mich, dass du auch wieder da bist. Ich bin dir noch einen Blutwert in meiner kleinen Reihe schuldig. Über TSH und FT3 hatten wir ja schon gesprochen in einigen der letzten Folgen.
Und auch wenn die superwichtig sind, ist T4 immer so ein bisschen mein Liebling. Liegt vermutlich daran, dass genau dieser Stoff dem Körper durch eine Tablette zugeführt wird – und alle meinen, das löst jetzt das [00:01:00] Problem. Entweder weißt du es oder du ahnst es schon: Es löst natürlich nicht das Problem. Wie auch?
Wenn du ein Leck in der Ölleitung deines Autos hast und einfach immer nur Öl nachkippst, wird das Leck dadurch ja auch nicht repariert. Da sich die wenigsten fragen, warum denn das T4 im Körper nicht reicht, sind sie vermutlich mit der Tabletteneinnahme zufrieden, solange sie zu denjenigen gehören, die keine zu nervigen Befindlichkeitsstörungen haben.
Warum Tabletten allein oft nicht reichen
Aber es gibt so wahnsinnig viele Menschen, die trotz der Tablette müde sind, wo der Körper irgendwie verrücktspielt, die Gewichtsprobleme nerven, die Haare ausfallen und so weiter. Ja, und die typische Antwort der Schulmedizin lautet: Tabletten. Und wenn die Werte okay sind, dann ist ja alles in Ordnung. Und das mag es ja für den Arzt sein – aber nicht für dich, wenn du betroffen bist.
Ich wollte der Sache damals auf den Grund gehen, weil ich natürlich keinen Bock hatte, dass ich mir Tabletten bis an [00:02:00] mein Lebensende reinschmeiße, die in meinem Fall auch noch nicht mal was gebracht haben. Und wie ja wirklich jeder weiß, hat jedes Medikament Nebenwirkungen. Es gibt keins ohne. Also will ich natürlich nur dann welche einnehmen, wenn ich gar nicht drumherumkomme.
Auf meiner langen Reise habe ich eines gelernt: Dein Körper spricht zu dir, und du musst lernen, seine Sprache zu verstehen – auch die der Zahlen in deinem Blutbild. Und deshalb lass uns doch einen Blick auf deinen FT4-Wert werfen. Er ist oft ein Schlüssel, um zu verstehen, was in deinem Körper wirklich los ist, besonders wenn es um deine Schilddrüse geht.
Ich erzähle dir, was er bedeutet, warum der Normalbereich ganz oft eine Falle ist und wann es wirklich kritisch wird. Vor allem aber erfährst du, was du tun kannst, um deine Gesundheit selbst in die Hand zu nehmen.
Was der fT4-Wert wirklich aussagt
Also, wir fangen mal nicht bei Adam und Eva an. Die Schilddrüse produziert hauptsächlich zwei Hormone. Das [00:03:00] meiste ist das Thyroxin – das T4. Viel, viel weniger ist das Triiodthyronin – das T3. T4 ist quasi die Speicherform, und T3 die aktive Form, die deine Zellen dann wirklich nutzen können. Dein Körper wandelt T4 in T3 um, wenn er es braucht. Der FT4-Blutwert – das F steht für „frei“ – misst die Menge an Thyroxin, also T4, das ungebunden in deinem Blut zirkuliert.
Warum ist das wichtig? Weil nur das freie T4 von deinen Zellen aufgenommen und in das aktive T3 umgewandelt werden kann. Das gebundene T4 ist quasi wie Geld auf einem Sparkonto – es ist da, aber du kannst es nicht direkt ausgeben. Und das freie T4 ist in diesem Beispiel quasi das Bargeld in deiner Tasche, das du sofort auf den Tisch legen kannst.
Dieser Wert ist also ein [00:04:00] direkter Indikator dafür, wie gut deine Schilddrüse arbeitet und wie viel Rohmaterial sie deinen Zellen zur Verfügung stellt, damit die auch ihre Arbeit machen können. Wenn dein FT4-Blutwert zu niedrig ist, dann haben deine Zellen einfach nicht genug von diesem wichtigen Rohmaterial – und dann rebelliert dein Körper.
Denn dein Körper muss natürlich genug T4 haben, um es auch effizient in das aktive T3 umwandeln zu können. Manchmal ist dieser Umwandlungsprozess gestört, selbst wenn dein FT4 im Normalbereich liegt. Deshalb geht es nicht nur um den FT4-Wert, sondern immer um das große Ganze. Das ist auch der Punkt, an dem viele an ihre Grenzen stoßen.
Warum „Normalwerte“ trügen können
Also, du gehst zum Arzt, weil du dich miserabel fühlst, und er sagt dir: Deine Werte sind normal. Aber was bedeutet denn „normal“ wirklich? Die sogenannten Referenzbereiche, die Labore angeben, [00:05:00] basieren ja immer auf dem Durchschnitt der Bevölkerung. Das ist so, als würde man sagen: Die Durchschnittstemperatur in Deutschland im Juli ist 20 Grad. Das mag stimmen, aber in deinem Garten können es 30 Grad sein, während es in den Alpen nur 15 Grad sind. Der Durchschnitt sagt nichts über deine individuelle Situation aus.
Für den FT4 liegt der Normalbereich oft irgendwo zwischen 0,9 und 1,7 Nanogramm pro Deziliter oder 12–22 Picomol pro Liter – je nach Labor. Aber die Wahrheit ist ja: Jeder Mensch ist anders. Was für den einen normal und optimal ist, kann für den anderen schon zu wenig sein, um sich gut zu fühlen.
Ich habe das selbst erlebt. Mein TSH war gerade noch so im Normalbereich, mein FT4 auch. Aber ich war chronisch müde, hatte Haarausfall, nahm zu und war mental vollständig durch. [00:06:00] Ich wusste, dass da etwas nicht stimmte, auch wenn die Zahlen auf dem Papier laut Arzt natürlich okay aussahen. Und leider Gottes sind viele Ärzte nur darauf trainiert, dann zu handeln, wenn die Werte außerhalb des Referenzbereichs liegen.
Aber deine Symptome sind ein viel wichtigerer Indikator. Wenn du dich miserabel fühlst, ist das ein klares Signal deines Körpers, dass etwas nicht stimmt. Scheißegal, was auf dem Laborzettel steht. Das Problem ist: Wenn du dich mit einem FT4-Wert, der am unteren Ende des Normalbereichs liegt, nicht wohlfühlst, wird dir oft gesagt, du seist noch gesund.
Aber das ist natürlich Quatsch. Dein Körper ist ja kein Mathematiklehrbuch, das nur auf exakte Zahlen reagiert. Er ist ein komplexes System, das auf Balance und Wohlbefinden ausgelegt ist. Ich sag’s dir ganz klar: Wenn du dich nicht gut fühlst, ist es nicht normal – und du musst lernen, für dich selbst einzustehen, die [00:07:00] richtigen Fragen zu stellen, dem Arzt auch auf die Nerven zu gehen oder den Arzt so lange zu wechseln, bis du einen richtig guten gefunden hast.
Das ist ein wichtiger Schritt auf deinem Weg zu mehr Gesundheit. Okay, jetzt wissen wir, dass der Normalbereich nicht immer dein Freund ist. Aber wann wird denn dein FT4 wirklich kritisch und welche Symptome solltest du auf keinen Fall ignorieren?
Also generell gilt immer: Wenn dein FT4 deutlich unter oder über dem Referenzbereich liegt, ist das natürlich ein extrem klares Zeichen für eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Aber auch schon, wenn er nur am äußeren Rand des Normalbereichs liegt und du Symptome hast, ist das ein deutliches Warnsignal.
Ich fange ja ehrlich gesagt schon viel, viel früher an – im präventiven Bereich am allerliebsten. Aber zurück zum Thema: Ein zu niedriger FT4-Wert, oft begleitet von einem [00:08:00] erhöhten TSH-Wert, deutet ja im Regelfall auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.
Das bedeutet, deine Schilddrüse produziert nicht genug Hormone, um deinen Körper optimal zu versorgen. Also läuft alles auf Sparflamme, und dein inneres Orchester spielt ein bisschen im Schneckentempo. Und du kennst die ganzen Symptome – die haben wir ja auch gerade schon angerissen.
Diese Symptome können schleichend beginnen und sich über Monate oder Jahre entwickeln. Viele Menschen gewöhnen sich einfach daran und merken es deshalb gar nicht mehr. Das ist dieser schleichend eintretende Normalzustand. Dabei rebelliert dein Körper und schreit um Hilfe.
Der umgedrehte Fall – ein zu hoher FT4-Blutwert, oft begleitet von einem niedrigen TSH-Wert – deutet auf eine Schilddrüsenüberfunktion hin.
Hier produziert deine Schilddrüse zu viele Hormone, alles läuft quasi auf Hochtouren, dein Orchester spielt [00:09:00] viel zu schnell – und da können sich dann Nervosität, Reizbarkeit, Herzrasen, Schlafstörungen, Schwitzen, Muskelschwäche und vieles mehr zeigen.
Meist wird die Unterfunktion eher unterschätzt, und eine Überfunktion, die ja auch ziemlich auffällig ist, wird schneller erkannt. Das ist zumindest meine Wahrnehmung. Natürlich brauchen beide Zustände deine Aufmerksamkeit und ein möglichst frühzeitiges Handeln.
Ich finde es immer wichtig, alle Symptome, die der Körper zeigt, ernst zu nehmen – und nicht als normales Altern oder „Ich hab nur Stress“ abzutun. Denn je früher du gegensteuern kannst, umso einfacher und günstiger ist es meistens.
Wenn jetzt der Fall eintritt, dass dein FT4 ziemlich normal aussieht, aber in Relation zum FT3 etwas nicht passt, dann geht es meist [00:10:00] um eine Umwandlungsstörung.
Ich habe schon so oft Fälle gesehen, da wurden Tabletten immer höher und höher dosiert – aber wie soll der Körper aus dem T4 der Tablette T3 machen, wenn er nicht kann, wenn ihm wichtige andere Stoffe fehlen? Das wird leider meist gar nicht groß hinterfragt bei diesen jährlichen Arztkontrollen, sofern die dann überhaupt jährlich stattfinden.
Wenn du dir genau anschauen willst, was mit deinen Werten los ist, dann verlinke ich dir unten im Textbereich meinen kostenlosen Schilddrüsenrechner. Er zeigt dir, wo du stehst – auch, ob eine Umwandlungsstörung vorliegen könnte – und hilft dir, dich besser aufzustellen für den nächsten Arzttermin.
Gut, du weißt, dass dein FT4-Blutwert mehr ist als nur eine Zahl und dass du dich nicht mit einem normalen Wert zufriedengeben musst, wenn du dich schlecht fühlst.
Was du selbst für deine Gesundheit tun kannst
Jetzt kommt natürlich die Frage: Was kannst du tun? Und ich sage es dir ganz klar: Gesundheit [00:11:00] passiert nicht von allein. Du bist verantwortlich für deinen Körper, und die Zeiten, wo man die Verantwortung an den Mann oder die Frau im weißen Kittel abgeben konnte, die sind tatsächlich vorbei.
Du darfst dich kümmern, du musst dich kümmern – und du bist die einzige Person, die die Macht hat, die Dinge auch zu verändern.
Und nein, was auch immer dir irgendein Social-Media-Post oder eine Werbeanzeige vermittelt: Es gibt keinen Trick, keine Wunderpille, nichts Schnelles, was alles löst. Es sind bewusste Entscheidungen, die du täglich triffst – auf guten Informationen, die du hast – und das alles formt deine Gesundheit in eine positive Richtung.
Deshalb ist der erste Schritt immer, dich zu informieren. Du hörst diese Folge – und das ist schon mal super. Stell Fragen, lies Bücher, hör Podcasts, versteh die Zusammenhänge. Du musst nicht Medizin studieren, aber du solltest die Basics kennen, um mitreden zu können und vor allem, [00:12:00] um dich nicht abspeisen zu lassen.
Wenn du das Gefühl hast, dein Arzt hört dir nicht richtig zu oder er versteht deine ganzheitlichen Ansätze nicht – such dir einen neuen. Dein FT4-Blutwert ist wichtig, aber er ist auch nur ein Instrument in deinem Körperorchester. Alles hängt zusammen: deine Ernährung, dein Darm, dein Stresslevel, dein Schlaf, deine Leber, deine Nebennieren, deine Nährstoffversorgung.
Wenn du wirklich etwas verändern willst, musst du die Zusammenhänge verstehen. Hört sich schwierig an – ist aber eigentlich total logisch und einfach.
Was du isst, ist immer die absolute Grundlage für deine Gesundheit. Stell dir vor, dein Körper ist dein Haus. Du würdest dein Haus doch auch nicht auf Sand bauen, oder? Und genauso wenig kannst du erwarten, dass dein Körper funktioniert, wenn du – jetzt mal völlig übertrieben gesagt – mit Fastfood, Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln um die Ecke kommst.
Gerade bei Schilddrüsenproblemen ist eine frische, regionale, [00:13:00] ausgewogene, gegebenenfalls entzündungshemmende Ernährung Gold wert. In Kurzform: echtes Essen, was deine Oma und deine Uroma schon kannten – nicht die lustigen bunten Pakete aus dem Discounter.
Dann vergiss nicht: Stress ist ein Killer für deine Schilddrüse. Egal ob mentaler Stress, emotionaler Stress oder körperlicher Stress wie zu wenig Schlaf oder zu viel Sport. Wenn du ständig im Überlebensmodus bist, schüttet dein Körper Stresshormone wie Cortisol aus. Diese können die Umwandlung von T4 in T3 hemmen – und natürlich deine Schilddrüsenfunktionen negativ beeinflussen.
Das ist echt mega wichtig. Wenn du dir mal anschaust, wie Hormone im Laufe des Lebens – also nach einem Peak mit um die 30 – immer konstant abnehmen, dann ist es spannend, dass das Cortisol das nicht tut. Heißt aber auch: Dieses Thema ist so präsent – vom ersten Atemzug bis [00:14:00] zum letzten.
Deshalb: Kümmere dich um dich, setze Prioritäten, komm zu meinem Kajut-Yoga, nimm dir Zeit für dich, sei mal nicht erreichbar, schalte die Bildschirme aus – und vor allem: Setze Grenzen.
Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, den Stress zu reduzieren. Ich glaube, nicht viele wissen es so gut wie ich, weil ich muss mich da richtig, richtig, richtig viel und ständig drum kümmern. Aber ich weiß auch: Es ist essenziell. Dein Körper rebelliert, wenn er ständig unter Druck steht.
Was auch viele vergessen: Du musst nicht zur Leistungssportlerin werden – aber regelmäßige Bewegung ist unerlässlich.
Sie hilft, den Stoffwechsel anzukurbeln, Stress abzubauen, deine Stimmung zu heben und die Zellen auch wieder sensibler für Schilddrüsenhormone zu machen. Bewegung macht Spaß und gibt dir Energie. Du brauchst bloß etwas finden, [00:15:00] was dir Freude macht. Es ist egal, was es ist. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Also mach es zu deinem neuen Standard, dich jeden Tag zu bewegen – und wenn es am Anfang nur drei Minuten sind. Dein Körper wird es dir danken.
Schlaf ist natürlich auch keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Im Schlaf regeneriert sich dein Körper, repariert Zellen, reguliert Hormone. Zu wenig Schlaf ist tatsächlich reinster Stress für dein System – und kann deine Schilddrüsenfunktion massiv beeinträchtigen.
Also schreib dir doch einfach mal auf, wie lange du schläfst, wie gut du schläfst – und verschaff dir mal einen Überblick. Und dann, wenn du was findest, wo du ansetzen kannst, mach Schlaf zu deiner Priorität.
Ich rede schon wieder viel zu lange, aber lass uns noch die Umweltgifte und alles, dem wir kaum noch entgehen können, als letzten Punkt mit reinnehmen.
Also: Wir sind ja wirklich täglich unzähligen Chemikalien ausgesetzt. In [00:16:00] Lebensmitteln, in Kosmetika, Putzmitteln, Plastik. Viele davon sind sogenannte endokrine Disruptoren, die deine Hormone nachahmen oder stören können. Und das kann auch deine Schilddrüse beeinflussen.
Da könnten wir jetzt tatsächlich stundenlang drüber reden. Aber all diese Dinge führen zu immer mehr Unfruchtbarkeit und Problemen bei Mann und Frau.
Und wenn du jetzt sagst: „Mann, das ist ja alles total viel“, dann überleg nochmal: Wenn du erstmal krank bist und es dir schlecht geht – ich verspreche es dir – dann hat nichts anderes mehr einen Wert.
Also alles, was du jetzt vorziehst, was jetzt wichtiger erscheint, würde dann wirklich komplett nach hinten rücken. Es wäre dir scheißegal. Nur leider glaubt der Mensch irgendwie immer: „Ach, das wird schon gut gehen und ich mach ja bald.“ Ja, das „Ich mach ja bald“, das dauert dann manchmal einen Moment länger, bis es vielleicht nicht mehr [00:17:00] gut geht.
Also: Dein FT4-Wert ist ein wichtiger Wegweiser, er ist ein Signal, er sagt dir: „Schau her, hier gibt es was zu tun.“ Nimm dieses Signal ernst. Lass dich nicht abspeisen.
Und denk dran: Eine Tablette löst niemals die Ursache. Und du ahnst es schon: Du bist der einzige Mensch, der das ändern kann, wenn er will. Und es ist superleicht – aber ich bin immer ehrlich mit dir: Erst nachdem du angefangen, umgesetzt und drangeblieben bist.
Aber sag mir eine Disziplin, wo nicht aller Anfang ein kleines bisschen schwer war.
Also, check deine Werte im Schilddrüsenrechner – Link ist in den Shownotes – und wir hören uns in der nächsten Folge. [00:18:00]