[00:00:00] Hallihallo, schön, dass du wieder reinhörst. Du kennst das: Du bist müde, jeden Tag, so richtig müde. Du funktionierst irgendwie, aber mehr auch nicht, und – du weißt, was jetzt kommt – der Arzt sagt natürlich: Schilddrüsenwerte sind in Ordnung. Und du denkst dir: Aha, aber warum fühl ich mich dann wie ausgelutscht?
Und ganz ehrlich, diese Szene hab ich schon so oft erlebt. Nicht bei mir, aber bei meinen Kundinnen, und jedes Mal läuft es gleich. Es wurde der TSH gemessen und – nur mit ganz viel Glück – FT4 und FT3. Und solange die irgendwie im Normbereich sind, wird das als völlig okay abgehakt, [00:01:00] aber in meinen Augen sind sie das dann häufig nicht.
Und das merkt man ja dann auch, wenn es einem nicht gut geht. Ich werte viele Analysen aus, und bei mir geht es ja nicht um eine Erkrankung – ich bin ja kein Arzt. Ich schaue dafür ganz anders auf die Werte und ich sehe, was dem Körper fehlt, damit er wieder reibungslos arbeiten kann. Über den TSH hatte ich ja schon in Folge 95 gesprochen.
Was ist FT3 – und warum beeinflusst er dein Energielevel?
Und der FT3‑Wert soll jetzt mal das Thema sein. Keine Sorge, wird wie immer kein Biochemie‑Seminar. Es geht ja schließlich um dich, um dein Energielevel und um einen Blutwert, der dein ganzes Befinden verändern kann, wenn man ihn mal richtig versteht. Also: Was ist der FT3 eigentlich?
Stell dir deine Schilddrüse mal wie ein kleines Familienunternehmen vor. Da gibt’s den Chef, das ist TSH. Der schreit den ganzen Tag in der Gegend rum und erteilt Anweisungen. Und dann gibt’s den Lagerarbeiter, T4. [00:02:00] Der macht ganz brav, was man ihm sagt, produziert, lagert, liefert. Aber der, der die echte Arbeit macht, das ist T3.
Der ist an der Front, direkt in den Zellen; der kurbelt deinen Stoffwechsel an, bringt deine Temperatur in Schwung, pusht die Energie in dein Hirn und in dein Herz und in deine Verdauung. Und genau darum ist FT3 auch der spannendste Wert von allen. Denn ohne ihn geht quasi nichts – du kannst perfekte TSH‑ und FT4‑Werte haben,
und trotzdem fühlst du dich wie ein halbtoter Fisch am Ufer. Warum? Weil du den Rohstoff – also das T4 – vielleicht hast, aber dein Körper ihn nicht in den funkelnden Diamanten, das T3, verwandeln kann. Die berechtigte Frage ist natürlich: Warum misst man ihn dann so oft nicht? Ja, gute Frage. Sagen wir mal so: weil man es in der Medizin mal so gelernt hat, weil TSH als Frühwarnsystem gilt. [00:03:00] Ich seh das ein bisschen anders. Wenn dein Auto ruckelt, schaust du dir ja auch nicht nur den Reifendruck an, sondern vielleicht auch noch ein paar andere Sachen. Und in der Praxis sehe ich immer wieder: Frauen kommen zu mir mit „Alles‑okay“-Befunden, und dann zeigt der FT3‑Wert klipp und klar: Da fehlt was.
Zu wenig FT3: Symptome trotz „normaler“ Laborwerte
Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern massiv. Was passiert denn bei zu wenig FT3? Relativ einfach, denn das sind die Klassiker, die du kennst: Du bist morgens schon müde, dein Gewicht geht hoch, obwohl du gesund isst, deine Haare werden dünner oder fallen aus, du frierst ständig, dein Kopf fühlt sich an wie in Watte gepackt. All das kann mit einem zu niedrigen FT3‑Wert zusammenhängen – nicht immer, aber viel öfter als gedacht.
Und das Verrückte: Manchmal liegt der Wert im Normbereich, aber eben ganz unten – und das reicht halt nicht. Normbereich heißt nicht automatisch Wohlfühlbereich.
Optimalbereich für FT3 & typische Ursachen bei niedrigen Werten
Was ist denn dann der [00:04:00] Wohlfühlbereich? Ich arbeite mit dem oberen Drittel des Referenzbereichs, vor allem bei Menschen, die Schilddrüsenprobleme haben. Das hat sich klar herauskristallisiert: In diesem Bereich fühlen sie sich meist am wohlsten.
Bei FT3 heißt das: Ich will schon versuchen, so einen Rahmen von 60 bis 90 Prozent des Referenzbereichs zu erreichen. Also nicht 31 – somit gerade noch drin –, sondern schon oben mitspielen, weil erst dann T3 in deinen Zellen wirklich was reißen kann. Und wenn du jetzt denkst: „Aber wie soll ich da hinkommen?“, ja, dann wird es spannend, denn der Trick liegt nicht nur in der Schilddrüse selbst, sondern in deinem ganzen Körper.
Die Schilddrüse zeigt letztlich nur das Problem, und häufig ist sie also eigentlich eher ein Symptom für Sachen, die an anderen Orten nicht gut funktionieren. Deshalb lass uns mal gucken: Warum kann dein FT3‑Wert zu niedrig sein? [00:05:00] Ja, natürlich – wenn du kaum T4 hast. Das ist ja klar, denn dann kann auch weniger in T3 verwandelt werden.
Aber wie viele Menschen nehmen täglich L‑Thyroxin oder andere Schilddrüsen‑Tabletten, die ja T4 zuführen,
und trotzdem fühlen sie sich nicht gut? Und das hat den einfachen Grund, dass dein Körper nicht genug umwandelt, und das liegt oft an ganz anderen Baustellen, die man einfach mal abklappern muss. Klar, natürlich schaue ich mir die Ernährung an. Aber um jetzt konkreter zu werden: Ist die Leber überlastet, dann klappt natürlich die Umwandlung von T4 in T3 nicht.
Die Leber ist nämlich ein ganz wichtiger FT3‑Generator. Ist der Darm aus dem Takt, dann fehlen die Bakterien, die bei der Umwandlung helfen, und es kommen noch weitere, für den Körper belastende Faktoren hinzu. Wie sieht der Stressmodus aus? Dauerhafte Cortisol‑Ausschüttung bremst die Umwandlung und produziert sogar falsches [00:06:00] T3, dieses sogenannte Reverse‑T3.
Das blockiert einfach alles – das führt einfach dazu, dass das richtige T3 nicht mehr andocken kann, und dann gibt es natürlich im Körper auch nicht die Wirkung vom T3, die du dir wünschst. Sind die Mikronährstoffe im Keller? Ohne Selen, Zink, Eisen, Vitamin D und noch ein paar andere läuft da halt gar nichts.
Wie du siehst: Das ist kein einzelner Wert, das ist ein ganzes Orchester, und wenn da nur eine Geige nicht richtig gestimmt ist, klingt irgendwie das ganze Stück schief.
FT3 verbessern: Ernährung, Nährstoffe, Stress, Leber & Darm
Was kannst du tun? Das ist immer die gute Nachricht: Du kannst was tun – und zwar auf allen Ebenen. Bei der Ernährung ist es natürlich: frisch, saisonal, ausgewogen, mit einem ausgeglichenen Verhältnis von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß. Wenn du magst, achte zusätzlich auf Lebensmittel, die deine Schilddrüse und die Umwandlung unterstützen.
Selen aus Paranüssen (aber maximal eine pro Tag), dann Zink aus [00:07:00] Kernen, Linsen, Fleisch; Eisen aus Fleisch, Hafer – ein bisschen was ist sogar in roten Beeren, ist ja gerade die richtige Zeit – und ja, auch Jod, aber nur in Maßen und vor allem bei Hashimoto nicht blind. Wenn es aber um Mikronährstoffe geht, dann gilt: natürlich gezielt auffüllen.
Ich bin ja kein Fan von blindem Supplementieren. Auch wenn ein Mangel da ist, dann bitte, bitte immer gezielt auffüllen. Und das braucht manchmal echt eine Analyse. Ich habe noch nie gesehen, dass ein richtiger Mangel über die Ernährung ausgeglichen werden konnte. Die Zeiten sind in meinen Augen auch vorbei. Und um dann ganz gezielt anzugreifen, schaue ich mir etliche Werte im Kontext an. Nur so kann ich genau sagen, was wo fehlt, denn das Ganze ist ja ein in sich feingestimmtes System.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich: Stress runterfahren. Dein Körper merkt es halt, wenn du dauerhaft auf Anschlag fährst. Und du hast dich schon so dran gewöhnt, dass du es nicht merkst. [00:08:00] Und das ist ein Problem. Cortisol killt deine FT3‑Umwandlung. Also: Yoga, atmen, schlafen – ich weiß, alles wenig unterhaltsam und nicht so richtig sexy, aber heilsam.
Dann achte auf Leber und Darm. Nicht detoxen, sondern entlasten. Fang damit an, damit kannst du überhaupt nichts falsch machen: kein Alkohol, kaum verarbeitete Lebensmittel, probiotische Lebensmittel. Achte auf deine Ballaststoffversorgung – Basics, aber eben echte Basics. Und das natürlich durchziehen. Ich erzähle dir einfach kurz von einer Kundin, 42 Jahre alt, die Hashimoto hat und auch L‑Thyroxin einnimmt.
Als sie zu mir kam, waren auch laut Arzt alle Werte okay, aber sie fühlte sich völlig platt. Wo war ihr FT3? 18 % des Referenzbereichs – also bei mir ist das schon tiefrot.
Was haben wir gemacht? Genau das, was ich dir gerade erzählt habe: [00:09:00] Mikronährstoffe aufgefüllt, Leber unterstützt, Darm aufgebaut. Wir haben mal richtig entstresst und ihren Schlaf ordentlich priorisiert. Nach sechs Monaten: FT3 bei 76 Prozent. Acht Kilogramm abgenommen, Haare wachsen wieder, Stimmung stabil.
Ihre Worte: „Krass, ich bin wieder die Alte.“ Und ja, darüber freue ich mich natürlich immer.
Richtig testen: FT3, FT4, TSH (plus Antikörper & rT3)
Wann solltest du deinen FT3‑Wert testen lassen? Ganz ehrlich: Wenn du Symptome hast – trotz angeblich normaler Werte. Also alles, was ich gerade schon aufgezählt habe. Und dann natürlich richtig: morgens Blut abnehmen, nüchtern, Schilddrüsenmedikamente erst danach nehmen; FT3, FT4, TSH. Im besten Fall noch die Antikörper, falls es erforderlich ist.
Und wenn du einen tollen Arzt hast, dann mal das Reverse‑T3 mitmessen. Und als Bonus: Lass mal Eisen, Zink und Selen checken. Also, was ist [00:10:00] das Fazit? Wenn du dich wirklich wie ein Schatten deiner selbst fühlst, obwohl dir gesagt wurde, alles sei normal, dann hör auf dein Gefühl. Es könnte sein, dass deine Werte nicht in deinem Wohlfühlbereich sind und dein FT3‑Wert vielleicht die ganze Zeit zu niedrig war, aber niemand hat wirklich hingeschaut.
Dein Körper ist nicht kaputt. Er funktioniert nur nicht optimal. Und das macht er, wenn ihm etwas fehlt. Das Schöne ist: Genau dort kannst du ja ansetzen. FT3 ist natürlich nicht die Lösung für alles, aber oft ein wesentliches Puzzlestück – und dann verändert sich was. Dein nächster Schritt also: Lass FT3 und FT4 mitmessen – ja, das ist ja am Ende deine Entscheidung, auch wenn der Arzt sagt, das brauchen wir eigentlich nicht.
Und wenn du dann – oder jetzt schon – wissen willst, wo du mit deinem FT3 eigentlich stehst, also nicht nur laut Labor, sondern wirklich im Verhältnis zu deinem Befinden, dann schau [00:11:00] dir unbedingt meinen Schilddrüsenrechner an. Du gibst einfach deine Werte ein, bekommst sofort eine verständliche Auswertung und siehst ganz klar: Bin ich im optimalen Bereich oder läuft mein Körper gerade nur auf Sparflamme?
Den Link findest du wie immer in den Shownotes oder direkt auf vitalessenz.de/schilddruesenrechner. Mach das unbedingt, weil Klarheit der erste Schritt zur Veränderung ist. Und ich hoffe, du siehst das genauso wie ich: Wir wollen nicht im Normbereich sein, wir wollen im Wohlfühlbereich sein – und zwar vor allem mit unserem Befinden.
Also: Hol dir deine Energie zurück. Schau dir dazu mal deinen FT3 an und dann geh deinen Weg, Schritt für Schritt. Und wir hören uns in der nächsten Folge wieder. [00:12:00]