Anthony William: Schilddrüse heilen - Wieso es oft nicht funktioniert!

 

Du hast das Buch "Heile deine Schilddrüse" von Anthony William* gelesen, ausprobiert und kein langfristig zufriedenstellendes Ergebnis erhalten? Dann bist du nicht alleine.

Welche allgemeinen Bedenken ich als Ernährungsberaterin habe, warum es bei mir und bei vielen meiner Kundinnen nicht geklappt hat, möchte ich dir in diesem Beitrag erzählen.

Ich habe dir vier bedenkenswerte Punkte mitgebracht und natürlich gebe ich dir ein paar Tipps am Ende. 

 

Keine Zeit fürs Video? Du liest lieber? Kein Problem:

 

Zunächst einmal: Ich habe nichts gegen Mr. William. Sicherlich haben seine Ratschläge vielen Menschen weiter geholfen. Seine Bücher sind unterhaltsam und ob er tatsächlich mit einem Geist spricht oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Was ich mich jedoch gleich zu Beginn immer gefragt habe, war, warum ein Geist eigentlich auf regionale und saisonale Lebensmittel keine Rücksicht nimmt.

Ist das nicht das Leben? Die normalen Jahreszeiten, die uns Menschen genau die Lebensmittel zur Verfügung stellen, die dann auch besonders gut für uns sind? Stattdessen sollen wir täglich Selleriesaft trinken. Ob er Saison hat oder nicht. Ob aus dem Gewächshaus, mit wenig Inhaltsstoffen und gegebenenfalls total belastet, oder nicht. Irgendwie unlogisch, oder? 

Aber fangen wir von vorne an.

 

Schuldmedizin und chronische Erkrankungen

Da die Schulmedizin wenig Antworten auf chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Hashimoto bietet, kann ich jede Hilfe suchende Person verstehen, die solch ein Buch von Mr. William als eine mögliche Lösung ansieht. Endlich mal einer, der gegen den Strom schwimmt und völlig andere Ansätze hat.

Ausprobieren kostet ja auch nichts. Entweder es hilft oder es hilft nicht. Und dann gibt es ja auch etliche positive Berichte im Internet. Wenn es also bei dir nicht klappt, dann kann es ja nicht an den Empfehlungen liegen, oder?

Doch, es kann. Aber dazu gleich mehr.

 

Vier bedenkenswerte Punkte

Punkt 1: Anfangserfolge

Schauen wir uns zunächst an, warum du am Anfang an die Wirkung seiner Vorschläge glaubst. Denn es geht ja erstmal bergauf.

Aber hier ist es für mich glasklar: Durch das Umsetzen der Tipps im Buch fängst du an, dich bewusst mit deiner Ernährung auseinanderzusetzen. Du nimmst die Verantwortung für deine Gesundheit selbst in die Hand und wirst tätig.

Das ist immer gut und es bringt auch immer ein Ergebnis. So wie jede andere "Diät" auch.

Hier ist der Hebel vor allem:

"Wir lassen mal alles an Ernährungsmüll weg, den wir sonst so konsumieren würden."

Dann gibt es noch viele frisch gepresste Säfte und Tees sowie vor allem tonnenweise Gemüse. Da du das vermutlich vorher in der Menge nicht in deinem Ernährungsplan hattest, führt auch dies erst mal zu einem sehr guten Ergebnis.

Selbstverständlich befindest du dich dann in einer Hochphase. Es läuft einfach alles rund. Am Anfang bist du ja auch besonders motiviert.

Aber dann bleibt deine Ernährung so.

 

Punkt 2: Emotionale Probleme

Hier male ich mal ein etwas überzogenes Bild:

Du wirst von Freunden oder Arbeitskollegen schon komisch angeguckt, weil du fast nichts "Normales" mehr isst. Deine Familie macht erst gar nicht erst mit, also hast du doppelte Arbeit.

Eine Feier, ein Grillfest oder ein Restaurantbesuch mit Freunden werden zum Problem. Irgendwie hast du alles so sehr verinnerlicht, dass du schon fast Angst hast, eines der problematischen Lebensmittel überhaupt zu essen.

Und schon ist es passiert.

Du bist völlig genervt von den Bemerkungen deines Umfeldes und wirst im Zweifelsfall gar nicht mehr eingeladen. Oder du trägst ein großes Schuldgefühl in dir, dass du bei vielen Regelverstößen keine Heilung deiner Schilddrüse hinbekommst. Beide Gefühle sind äußerst unangenehm.

Und ganz ehrlich, ein solches Verhalten, das schon Angst vor bestimmten Lebensmittel erzeugt wird, führt ganz schnell in Richtung Essstörung.

Dabei sollte Essen doch Freude bereiten und Vielfalt bieten. Verzicht und Verbote machen in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, vor allem nicht langfristig. Solche Sachen sind meist direkt zum Scheitern verurteilt.

 

Punkt 3: Haufenweise Nahrungsergänzungsmittel

... empfiehlt Mr. William noch zusätzlich. Die Sache wird zum Kostenfaktor. Diese Produkte konsumierst du natürlich nach Vorgabe eines Buches.

Das Buch ist für die breite Masse geschrieben. Ob du die jeweiligen Mittel überhaupt brauchst und wenn ja, in welcher Dosierung, ist völlig unklar.

Ich nenne das gerne: Geld das WC hinunterspülen.

Ja, ich arbeite auch mit Nahrungsergänzungsmitteln, wenn nötig und individuell dosiert. Ich selbst mache regelmäßig Analysen, um zu schauen, wo etwas fehlt und justieren dann nach. Denn viel hilft nicht viel. Der Körper benötigt eine Balance. Also ein Gleichgewicht und weder eine Flut an Stoffen noch einen Mangel.

Blinder Konsum muss also kein Heilmittel sein.

Eigentlich willst du ja etwas verändern und den Körper wieder in Richtung Eigenregulation bringen. Das bedeutet doch am Ende auch, dass du nicht dauerhaft abhängig sein willst von irgendwelchen Vorgaben, oder?

 

Punkt 4: Die AW-Ernährung ist nicht für jeden geeignet!

Meine Erfahrung als Ernährungsberaterin ist, dass die William Methode nur bestimmten Personengruppen gut hilft. Vielen meiner Kundin, die sie probierten, half sie nicht.

Profitiert haben meist Personen, die noch zumindest eine sehr gute Verdauungskraft haben und keinerlei Kälteempfinden.

Leider ist das bei Hashimoto, die langfristig in eine Schilddrüsenunterfunktion führt, und auch, wenn du eine reine Schilddrüsenunterfunktion hast, ganz häufig ein großes Problem.

Als ich diese Ernährung damals ausprobiert habe, ganz strikt nach Buch, habe ich mich wirklich schlecht gefühlt.

Sellerie, Artischocke, Apfel, Seetang, Avocado, Beeren, Bananen und viele weitere Lebensmittel auf seiner Liste, zusätzlich roh verzehrt, wirken erfrischend bis kalt auf den Körper.

Die Schilddrüse hat dann nicht nur ohnehin schon eine Unterfunktion, befindet sich also in einem Mangel, nein, der Stoffwechsel muss dann auch noch richtig obendrauf hauen und ganz viel Energie verbraten, um diese Lebensmittel aufzuschließen und überhaupt verfügbar zu machen.

Bei so einem Symptombild mit schwacher Verdauungskraft und Kälteempfinden schwächen radikale Detox-Kuren und kalte Mahlzeiten den Körper extrem.

Ich habe viele Fälle erlebt, wo diese Ernährung und der tägliche Selleriesaft die Darmflora verschlechtert haben. Es kam zu Verdauungsstörungen, Durchfällen, Blähbauch und so weiter.

Liest man bei Mr. William nach, was er bei Unwohlsein und Befindlichkeitsstörungen sagt, sind das natürlich hauptsächlich Heilreaktion. Naja dann...

Nicht wenige haben durch den täglichen Selleriesaftverzehr sogar unbemerkt eine Allergie entwickelt und hatten plötzlich auch Kreuzreaktionen mit anderen Lebensmitteln.

Ja, mir sind viele Fälle bekannt, wo jemand diese Ernährung nebst Nahrungsergänzungsmittel aufgegeben hat und sich plötzlich viel wohler fühlte. Eigenartig, oder?

 

Meine 5 Tipps für dich

  1. Folge nicht blind irgendeinem Menschen, sondern denke erst einmal gründlich darüber nach.
  2. Dein Körper lügt nicht. Wenn es ihm nicht gut geht, dann passt es für dich nicht. Fühle unbedingt in dich hinein und prüfe, ob es wirklich für dich Sinn ergibt und sich auch dauerhaft gut anfühlt.
  3. Eine langfristige Diät, die so einschränkend ist wie die nach Mr. William, nimmt dir irgendwann völlig den Spaß. Die Einseitigkeit führt nicht selten zu größeren Problem.
  4. Tonnenweise Südfrüchte und Rohkost hat die Natur im Herbst und Winter für den Menschen hier bei uns nicht vorgesehen. Das wächst hier nicht. Meinst du, dass die Importe, teilweise mit fragwürdiger Herkunft, unreif geerntet, lange Transport- und Lagerzeiten und dadurch große Vitalstoffverluste, dir den erwünschten Segen bringen?
  5. Möchtest du seinen Vorschlägen folgen und hast bereits eine schwache Verdauung und ein Kälteempfinden, dann bereite die Lebensmittel zumindest anders zu und verzehre sie nicht roh. Du wirst den Unterschied bereits kurze Zeit später spüren.

Ich habe das Experiment seinerzeit frühzeitig abgebrochen. Denn meine Schilddrüsenwerte haben sich deutlich verschlechtert.

Um zumindest ein eigenes Erleben zu haben und mitreden zu können, war die Erfahrung trotzdem wertvoll.

Ich kann dir nur versprechen, dass du das brauchst, was du brauchst.

Ja, Tipps aus Büchern können extrem wertvoll sein. Dieses Wissen, die Ansichten und Perspektiven des Autors musst du jedoch auf dich übertragen können. Und wissen, was du davon umsetzen kannst und was besser nicht.

Wie sind deine Erfahrung mit der Ernährung nach Mr. William? Schreib es mir doch gerne in die Kommentare.

Und nicht vergessen: Du kannst alles ändern, was du willst. Auch deine Schilddrüsen Problematik.

 

*Der Artikel bezieht sich auf dieses Buch:

https://www.medicalmedium.com/thyroid-healing


Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie hilft Frauen, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion mit individuell optimierter Ernährung und ein paar kleinen Veränderungen in der Lebensweise effektiv und nachhaltig zu verbessern. 

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