Hashimoto & Darmflora - Warum eine gute Darmflora wichtig ist

 

Die Darmflora ist wichtig. Das ist mittlerweile schon gut bekannt. Wieso eine gestörte Darmflora jedoch erheblichen Einfluss auf deine Schilddrüse hat, erzähle ich dir in diesem Video.

Natürlich verrate ich dir auch, was du tun kannst, um deine Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen und damit auch deine Hashimoto zu beeinflussen. 

 

Keine Zeit fürs Video? Du liest lieber? Kein Problem:

 

Gesundheit fängt im Darm an

Gesundheit geht von einem gesunden Darm aus. Angeblich hat Paracelsus bereits im sechzehnten Jahrhundert gesagt, dass der Tod im Darm sitzt. Ob das so wahr ist, kann ich dir nicht sagen. Ich war ja nicht dabei. Aber recht hatte er.

Naturvölker haben eine völlig andere Besiedlung der Darmflora als wir Menschen in Industriestaaten. Sie haben eine wesentlich höhere Vielfalt an Keimen und kennen auch viele Erkrankungen nicht, von denen wir hier betroffen sind. 

 

Schilddrüsen-Darm-Achse

Es werden immer mehr Zusammenhänge zwischen dem Darm und anderen Organen festgestellt. Zum Beispiel die Darm-Hirn-Achse. Die ist relativ bekannt und ist dir sicherlich schon mal untergekommen.

Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass es auch eine Schilddrüsen-Darm-Achse gibt. Zum Glück, denn wenn ein Wissenschaftler das sagt, dann hat es ja ein völlig anderes Gewicht¹.

Bei Hashimoto ist der Zusammenhang relativ einfach zu erklären. Denn Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Und da das Immunsystem zu größten Teilen in der Darmschleimhaut sitzt, ist eine Wechselwirkung relativ logisch.

 

Hashimoto & Leaky Gut

Es wird häufig dargestellt, dass das Leaky-Gut-Syndrom, also ein löchriger Darm, Nahrungsbestandteile durchlässt, die eigentlich nicht in den Blutkreislauf gehören.

Dies geschieht, weil Verbindungen zwischen den Darmschleimhaut-Zellen undicht geworden sind. Unerwünschte Stoffe im Blutkreislauf alarmieren natürlich das Immunsystem, wodurch Entzündungsprozesse ausgelöst werden.

Eine ganze Reihe an Folgeproblem kann sich ergeben. Soweit muss es jedoch gar nicht gekommen sein.

 

Hashimoto & Dysbiose

Bereits eine veränderte Darmflora-Besiedlung (Dysbiose) reicht aus, um Wechselwirkungen mit der Schilddrüse zu erzeugen. Wie weitreichend sind die? Sehr weitreichend. Die Darmflora beeinflusst sowohl endogene, also selbst produzierte, als auch exogene, von außen zugeführte Schilddrüsenhormone, auf jeder Ebene.

Eine Darmflora, die in Schieflage geraten ist, kann je nach Fall nicht mehr vollumfänglich ihren Aufgaben nachkommen.

Das bedeutet, dass zum Beispiel das Essen, was du zu dir nimmst, nicht richtig verstoffwechselt wird. Wenn die Inhaltsstoffe aus deinem Essen nicht zur Verfügung stehen, werden zum Beispiel wichtige Mineralien für deine Schilddrüsengesundheit nicht aufgenommen. Es kommt also schnell zu einem Vitalstoffmangel.

Selbst, wenn du nun Nahrungsergänzungen einnimmst, heißt es nicht, dass sie auch dort ankommen, wo sie hin sollen. Das kann also ein teures Unterfangen werden.

Alles, was nicht richtig verstoffwechselt wird, muss natürlich dennoch durch den Körper. Also befinden sich Stoffwechselendprodukte, in dem Fall Nahrungsrückstände, in Bereichen deines Darms, die da eigentlich nicht hingehören. Diese wiederum fördern das Ungleichgewicht im Darm.

Aber noch mal zurück zum vorherigen Gedanken. Nehmen wir an, dass durch eine veränderte Darmflora weniger Baustoffe für Schilddrüsenhormone aufgenommen werden. Das ist ja an sich schon nicht wünschenswert. Da gibt es aber noch einen Punkt, der sich anschließt: Im gesunden Darm werden 20 % der Schilddrüsenhormone aktiviert.

Im Darm erfolgt also eine Umwandlung vom inaktiven T4 zum aktiven T3. Gibt es jedoch Stoffwechselendprodukte von einer gestörten Bakterienflora, können diese die Umwandlung hemmen. So wird die Ausbeute an aktiven Schilddrüsenhormone noch kleiner.

Was für deine Schilddrüse nicht gut ist, ist natürlich auch insgesamt nicht gut. Eine veränderte Darmflora-Besiedlung hat auch viele andere Auswirkungen auf den ganzen Körper.

Um einen weiteren wichtigen Aspekt hervorzuheben: Es können Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und auch Nahrungsmittel-Intoleranzen entstehen. Und schon bist du sehr eingeschränkt in deinem Wohlbefinden oder in der Auswahl deiner Lebensmittel.

 

Was kannst du nun tun?

Langfristig ist eine naturbelassene und frische Ernährung eine wichtige Grundlage. Aber je nach Zustand würde nur damit eine Veränderung deiner Darmflora sehr lange dauern. Je nach Symptomatik würdest du mir mit Sicherheit sagen, das dauert mir viel zu lange. Was es zusätzlich braucht, ist eine gute Unterstützung für den Darm.

So etwas heißt Probiotikum. Das sind Darmbakterien oder schöner ausgedrückt: lebende Mikroorganismen, die eine gesundheitsfördernde Wirkung auf den Darm haben.

Neben dem Probiotikum ist häufig die Rede von einem Prebiotikum. Das ist ein Futter für die guten Darmbakterien, damit diese sich vermehren.

An dieser Stelle würdest du jetzt in vielen Beiträgen die Links zu den top Darmpräparaten finden. Bei mir nicht, denn so einfach ist es nicht.

Es gibt zwar viele Produkte am Markt, mit denen du nichts falsch machen kannst, und diese Produkte können auch einen gesunden Menschen sehr gut unterstützen und sind eine präventive Maßnahme. Aber:

  • Sind sie für dich und deine Situation geeignet oder sind vielleicht andere zielführender?
  • Brauchst du zusätzliche Maßnahmen, um schneller Ergebnisse zu bekommen?

 

Meine Vorgehensweise

Vielleicht schildere ich dir einfach mal meine Vorgehensweise und du findest ein paar Anregungen für dich selbst:

Meine Kunden führen eine Stuhl-Analyse durch. Diese sollte neben der Zusammensetzung der Darmflora auch noch ein paar Werte zu den Nahrungsmittel-Rückständen und weitere Marker, wie zum Beispiel die Schleimhautgesundheit, enthalten.

Der weitere Verlauf ist abhängig vom Ergebnis. Ja, ich weiß, das ist jetzt eine große Enttäuschung. Aber lass dir nichts anderes erzählen. Je nach deinen Ergebnissen, deinen Symptomen beziehungsweise deinem Zustand wird ein geeigneter Plan erstellt.

Die Produkte sehen für dich vielleicht alle gleich aus, aber sie sind in ihrer Zusammensetzung und den Details unterschiedlich. Und dann geht es auch noch um Qualität, um Keimzahl, um weitere Inhaltsstoffe und gegebenenfalls auch um ergänzende Maßnahmen.

Viele verkaufen gleich das Komplettpaket aus Prebiotikum und Probiotikum. Vielleicht braucht Person A ein Prebiotikum. Personen B aber nicht. Wäre doch Geldverschwendung, oder? Mit einem Test siehst du so etwas.

Hast du eine Intoleranz, benötigst du gegebenenfalls andere Produkte mit einer anderen Bakterien-Zusammensetzung. Dies ist vor allem bei einer Histamin-Problematik wichtig.

Wurden Nahrungsmittel-Rückstände im Stuhl nachgewiesen, gibt es auch hier zusätzliche Maßnahmen, die ergriffen werden müssen. Denn wir wollen ja das Futter für das Ungleichgewicht im Darm entziehen.

 

Individuell ist nun mal individuell

Wenn du nicht topfit auf diesem Gebiet bist, ist mein Rat: Such dir fachkundige Hilfe.

Wichtig ist aber auch, dass diese Maßnahmen lang genug durchgezogen werden. Wir haben eine so riesige Menge an Bakterien im Darm. Mehr als wir Körperzellen haben. Das reguliert sich nicht von heute auf morgen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Im Dunkel stochern hilft meist nichts. Häufig werden Darmprodukte empfohlen, ohne dass ein Test gemacht wurde. Oder es wurde ein Test gemacht und es werden trotzdem immer dieselben Produkte empfohlen. Beides ist in meinen Augen unpassend.

Lass alles individuell auf deinen Einzelfall abstimmen. Wenn du dir Hilfe suchst, dann überprüfe die Entwicklung nach einiger Zeit mit einer weiteren Stuhl-Analyse. Vielleicht muss etwas angepasst werden? Vielleicht sind auch deine Ergebnisse schon richtig gut? Ich überprüfe meine Arbeit immer. Alles andere kommt für mich nicht infrage. Denn schließlich habe ich ja keine Glaskugel auf dem Schreibtisch stehen.

Diese Vorgehensweise natürlich gepaart mit einer natürlichen, typgerechten Ernährung, klappt ganz wunderbar.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Ideen vermitteln, wie du vorgehen kannst und warum. 

Denke immer dran, du kannst alles ändern, was du willst.

 

¹ Studien:

https://www.mdpi.com/2077-0383/10/16/3609/htm

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32519746/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31566142/

 


Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie hilft Frauen, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion mit individuell optimierter Ernährung und ein paar kleinen Veränderungen in der Lebensweise effektiv und nachhaltig zu verbessern. 

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