Schilddrüsenunterfunktion in den Wechseljahren – kein Zufall

Wechseljahre und Schilddrüsenunterfunktion sind hormonell eng verflochten. Progesteron bricht zuerst ein, die Schilddrüse verliert ihren Schutz. Symptome überschneiden sich perfekt – und viele Ärzte erkennen das Problem nicht. Hier erfährst du, welche Werte wirklich zählen und wie du deinem Körper wieder zuhörst.

Transkript der Folge 118

Hey, schön, dass du wieder einschaltest. Weißt du, was ich ganz oft von Kundinnen höre? Den Satz „Mein Arzt hat gesagt, da müssen Sie jetzt durch.“ Ja, Frauen, die Mitte, Ende 40 oder Anfang 50 sind, die zum Arzt gegangen sind, weil irgendetwas nicht mehr stimmt – die Müdigkeit, die sich nicht erklärt, die Kilos, die kommen und bleiben, obwohl sich nichts verändert hat, die Haare, die dünner werden, und auch die Nächte, die plötzlich so gar kein richtiger, erholsamer Schlaf mehr sind. Und dann dieser Satz: „Das sind die Wechseljahre, da müssen Sie jetzt durch.

Naja, ich bin selbst fast 50, ich merke, wie sich mein Körper verändert, und gerade weil ich das merke und weil ich mich seit Jahren aktiv darum kümmere, was in meinem Körper passiert, weiß ich, dass dieser Satz keine Aussage ist. In meinen Augen ist das einfach nur eine Abschiebung. Heute möchte ich mit dir darüber sprechen, was da wirklich passiert. Wechseljahre und Schilddrüse klingt ja nach zwei Themen, ist aber eigentlich eins.

Wie Schilddrüse und Eierstöcke zusammenhängen

Schauen wir uns erst an, was im Körper gerade passiert, so dass es wirklich Sinn macht. Also, deine Schilddrüse und deine Eierstöcke, die sprechen quasi dieselbe Sprache. Im Eierstock sitzen Rezeptoren für Schilddrüsenhormone. In der Schilddrüse sitzen Rezeptoren für Geschlechtshormone. Und die beiden beeinflussen sich gegenseitig, die ganze Zeit. Östrogen und Progesteron sind dabei die großen Spieler. Östrogen drosselt die Schilddrüsenleistung, Progesteron feuert sie an. Solange also beide halbwegs im Gleichgewicht sind, hält sich die Schilddrüse stabil.

Was passiert in den Wechseljahren? Progesteron bricht zuerst ein. Und ganz ehrlich, oft schon Jahre, bevor du weißt, dass du in der Perimenopause bist. Östrogen schwankt wild auf und ab, bevor es schließlich dauerhaft sinkt. Und wenn Östrogen zurückgeht, verliert die Schilddrüse auch noch eine Art Schutzschild. Denn Östrogen hat möglicherweise eine schützende Wirkung gegen Autoimmunprozesse. Wenn es fällt, fällt dieser Schutz gleich mit. Die Schilddrüse verliert also gleichzeitig ihren wichtigsten Antreiber, wird gebremst, aus dem Takt gebracht und wird angreifbarer. Es ist kein Zufall, dass viele Frauen genau in dieser Lebensphase plötzlich eine Hashimoto-Diagnose bekommen. Oder dass eine schon bestehende Schilddrüsenunterfunktion sich verschlechtert. Der Körper macht einen der größten hormonellen Umbrüche des Lebens durch, und die Schilddrüse steckt leider Gottes mittendrin.

Die unterschätzte Rolle von Progesteron

Ich möchte aber noch ganz kurz beim Progesteron bleiben, weil ich glaube, dass die wenigsten wirklich wissen, was dieses Hormon alles macht und was fehlt, wenn es fällt. Progesteron ist ein natürliches Beruhigungshormon, sagen wir es mal so. Es wirkt auf die Rezeptoren im Gehirn, die auch für Schlaf und für innere Ruhe zuständig sind. Wenn Progesteron sinkt, schläfst du schlechter. Nicht weil du gestresst bist, sondern weil der biochemische Schalter, der deinen Schlaf reguliert, nicht mehr richtig funktioniert.

Progesteron wirkt außerdem entzündungshemmend und schützend auf die Schilddrüse. Es stabilisiert die Stimmung und es hält die Östrogenwirkung in Balance. Und es bricht als Erstes ein, ganz still und leise, ohne irgendeine Ankündigung. Schon in den frühen 40ern, manchmal sogar in den späten 30er Jahren. Was das bedeutet in der Praxis? Ja, du schläfst schlechter, bist tagsüber erschöpfter, fühlst dich emotional labiler, nimmst zu und weißt nicht warum. Und weil du ja eigentlich noch nicht in den Wechseljahren bist, weil ja dein Zyklus noch einigermaßen rund läuft, weil alle Werte in Ordnung sind, denkst du vielleicht nicht drüber nach. Aber dein Körper zeigt dir längst, was passiert. Er spricht. Die Frage ist: Hörst du ihm zu?

Symptomüberschneidungen bei Schilddrüsenunterfunktion und Wechseljahre

Dann kommen Symptome, und da wird es dann tatsächlich tricky, denn die Symptome von den Wechseljahren und der Schilddrüsenunterfunktion überschneiden sich fast eins zu eins. Erschöpfung? Beide. Gewichtszunahme ohne erklärbaren Grund? Beide. Schlafprobleme, Haarausfall, Kälteempfindlichkeit, Konzentrationsprobleme, Stimmungstiefs, trockene Haut, langsame Verdauung findest du bei beiden. Das große Problem daran: Viele Frauen stempeln diese Symptome als normal für ihr Alter ab. Und viele Ärzte leider auch.

Warum typische Arztbesuche oft nicht helfen

Was ich immer wieder erlebe: Die Schilddrüse wird gecheckt. Aber die Steroidhormone, also Progesteron, Östrogen, DHEA, an die denkt kaum jemand. Selbst wenn Frauen das selbst beim Arzt ansprechen, bekommen sie selten eine Antwort, die weiterhilft. Das ist wirklich unfassbar, aber das sind ja auch die Rückmeldungen, die ich immer bekomme. Also gehen sie dann logischerweise zur Frauenärztin. Ist ja ganz klar: Hormone, Frauenärztin, das passt doch. Aber das, worum es hier geht – also dieses komplexe Zusammenspiel von Schilddrüse, Steroidhormonen, Nebennieren – ist für viele Frauenärzte schlicht nicht das eigene Fachgebiet. Das habe ich tatsächlich von einer meiner Ausbilderinnen, die selbst Ärztin ist, so mitgeteilt bekommen. Zyklus, Gebärmutter ja, aber dieses Gesamtsystem oft nicht. Also Ernährung, Bewegung, Mikronährstoffe, Stressregulation haben die gar nicht auf dem Schirm.

Also, weiter zum Endokrinologen – das ist ja der Fachmann für Hormone. Auch dort hören viele Frauen dasselbe: „Da müssen Sie jetzt durch.“ Tatsächlich traurig. Und dann schleppen sie sich weiter, oft jahrelang mit dem Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, aber ohne jemanden, der das Bild zusammensetzt. Und leider ergeben sich viele diesem Schicksal. Ich finde ja, der eigentliche Knackpunkt ist, was deine Laborwerte dir nicht sagen. Der klassische TSH-Wert ist in dieser Lebensphase tatsächlich unzuverlässig. Aus einem ganz konkreten Grund. In der Perimenopause steigt das FSH stark an – also das follikelstimulierende Hormon. FSH und TSH werden beide über dieselbe Steuerzentrale reguliert, also die Hypophyse. Wenn dieser Steuerkreis durch den FSH-Anstieg aus dem Takt gerät, kann das die TSH-Ausschüttung direkt verfälschen. Du bekommst also einen Wert, der normal aussieht, obwohl die Schilddrüse gar nicht wirklich rundläuft.

Laborwerte richtig interpretieren

Ich sage ja immer: Wir wollen nicht im Normbereich sein. Wir wollen mindestens im Wohlfühlbereich sein. Idealerweise in einem Bereich der Leistungsfähigkeit und energiegeladen. Und das hängt nun mal nicht von einem einzigen Wert ab. Ich messe auch meinen eigenen Hormonstatus regelmäßig – nicht weil ich Beschwerden habe, sondern weil ich Veränderungen früh sehen will, bevor sie zu einer richtigen Schieflage werden. Das ist für mich kein Aufwand, das ist für mich Prävention. Stell es dir so vor: Wenn du schwimmen lernst, hast du ja auch eine geringere Chance, zu ertrinken. So, also lern schwimmen vorher, mach die Hormontests vorher.

Was es dann wirklich braucht, um das Bild zu verstehen, ja, das sind natürlich ganz, ganz viele Werte. Aber um dir mal ein paar Wesentliche zu sagen: Wir brauchen natürlich FT3 und FT4, nicht nur TSH – also das aktive Hormon und seine Vorstufe. Die Schilddrüsen-Antikörper, um Hashimoto frühzeitig zu erkennen oder auszuschließen. Progesteron, Östradiol, DHEA, weil du ja das Gesamtbild sehen willst. Eisen und Ferritin werden massiv unterschätzt – also ein Eisenmangel lähmt die Schilddrüse tatsächlich von innen. Und Vitamin D und Selen sind essenziell und häufig zu niedrig.

Aber, und das ist mir wichtig: Welche Werte bei wem sinnvoll sind, hängt auch immer von der Situation ab. Von dem, was schon bekannt ist. Es hängt nicht nur von der Situation ab, es hängt auch von dem ab, was schon bekannt ist. Vom Alltag, vom Stresspegel, von dem, was schon versucht wurde. Es gibt hier keine universelle Checkliste, auch wenn die jeder haben will. Ich höre die Frage ganz oft: „Ja, wo sollen denn meine Werte sein?“ Dann denke ich mir mal: Das ist doch der falsche Ansatzpunkt. Die Frage ist doch: Wie willst du dich denn fühlen?

Was passiert, wenn Schilddrüsenprobleme ignoriert werden

Schauen wir uns an, was passiert, wenn du das alles ignorierst. Ja, sorry, ich muss das ansprechen, denn ich wäre ja nicht ehrlich mit dir, wenn ich diesen Punkt weglassen würde. Wenn der Hormonstatus jahrelang aus dem Gleichgewicht bleibt, wenn die Schilddrüse dauerhaft gebremst wird, wenn Entzündungsprozesse schwelen, ohne dass irgendwas dagegen unternommen wird, dann zieht sich das durch den ganzen Körper. Aufwechsel, Immunsystem, Knochendichte, Herzgesundheit, kognitive Funktion. Und das ist jetzt hier kein Alarm, Alarm, das ist Biologie. Also, ich sage das nicht, damit du in Panik gerätst, sondern damit du aufhörst, diese Signale als unvermeidbares Schicksal des Älterwerdens hinzunehmen. Dein Körper hat nicht aufgehört zu funktionieren. Er hat angefangen, laut mit dir zu sprechen.

Die Verbindung zu deinem Körper wiederherstellen

Der einzige Unterschied liegt darin, ob du ihm zuhörst. Und das ist das, was mich wirklich beschäftigt – nicht nur als Beraterin, sondern auch als Frau, die selbst gerade diese Phase erlebt. Wir haben so wahnsinnig viel Lärm um uns herum. Tipp 81 auf Instagram, neue Studien, die die alten widerlegen, Foren, in denen allen etwas empfohlen wird und jeder erzählt was anderes – obwohl, guckt da überhaupt noch jemand rein? Die KI, die auf jede Frage eine Antwort hat, aber keine Ahnung davon hat, wer du bist, wie dein Körper tickt und was bei dir überhaupt los ist, die dir gar nicht die richtigen Fragen stellen kann und nebenbei bemerkt, plappert sie dir ja nach dem Mund, wenn du keine Ahnung hast von dem, was sie da ausspuckt.

Also, während der Kopf rattert und nach der nächsten Lösung sucht, verlierst du etwas Entscheidendes: die Verbindung zu deinem eigenen Körper. Wie gesagt, dein Körper spricht mit dir. Er hat immer gesprochen. Die Müdigkeit, das schlechte Schlafen, die Gewichtsveränderung, das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt – das sind doch keine Zufälle. Das ist dein Körper, der dir ein Feedback gibt. Das Problem ist nicht, dass er schweigt. Das Problem ist, dass wir gelernt haben, darüber hinwegzugehen, weiter zu funktionieren, den nächsten Tipp auszuprobieren, statt mal innezuhalten und zu fragen: Was sagt mir das denn eigentlich alles?

Was ich mir wirklich wünsche für jede Frau, die gerade in dieser Phase ist, ist nicht, dass sie die richtigen Nahrungsergänzungsmittel kennt oder die perfekte Laborcheckliste abarbeitet, sondern dass sie diese Verbindung wieder aufnimmt, dass sie aufhört, ihren Körper als Problem zu behandeln, das gelöst werden muss, und anfängt, ihn als den besten Gesprächspartner zu sehen, den sie hat. Körperintelligenz schlägt deinen Verstand um Längen. Denn der Verstand ist nicht dafür konzipiert, dir zu sagen, was du tun sollst. Und ganz ehrlich, das ist die Grundlage von allem.

Zusammenfassung: Das solltest du mitnehmen

Also, ich hoffe, du nimmst ein paar Basics mit: Wechseljahre und Schilddrüse hängen direkt zusammen. Biochemisch, hormonell, symptomatisch. Wenn beides auf einmal auftaucht, ist das kein Pech. Das ist ein Signal. Und kein Arzt, der dir sagt „Da müssen Sie jetzt durch„, hat dir irgendwie damit geholfen. Du musst da nicht einfach durch. Du kannst verstehen, was passiert. Du kannst aufhören, deinen Körper zu ignorieren, und anfangen, ihm zuzuhören. Du kannst einfach alles ändern, was du willst.

Und wenn du das Gefühl hast, dass du dabei Unterstützung brauchst, gibt es zwei Wege, wie ich das mit Frauen angehe. Der eine ist ein erster gemeinsamer Blick auf das, was du schon hast und auf deine Situation. Der andere ist ein tieferer, wirklich individuell zugeschnittener Prozess, wo wir zusammen herausarbeiten, was bei dir wirklich relevant ist, wo wir genau hingucken müssen, welche Tests überhaupt Sinn machen und was deine nächsten Schritte sind. Nicht nach Schema F, sondern wirklich ganz konkret für dich. Die Links dazu findest du in den Shownotes.

Wenn dir diese Folge was gebracht hat, freue ich mich wirklich sehr über eine 5-Sterne-Bewertung oder teile die Folge doch einfach mit einer Frau, die gerade genau das durchmacht. Und bis dahin: Hör deinem Körper zu, und wir zwei hören uns in der nächsten Folge.

Als zertifizierte Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit & Ernährungsmedizin mit Schwerpunkt auf Hormone & Schilddrüse zeige ich dir, wie du dir auf natürlichem Weg deine Energie zurückholst.

Erfahre hier mehr über mich.

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