Warum zuckerfrei nicht automatisch zu einer gesünderen Schilddrüse führt

 

Wenn du an Hashimoto oder einer Schilddrüsenunterfunktion leidest, kennst du bestimmt die Flut an Informationen, die auf dich einprasseln: "Iss dies!" "Meide das!" "Du musst unbedingt zuckerfrei leben!" Aber seien wir ehrlich: Kann zuckerfrei wirklich die Lösung für deine Schilddrüsenprobleme sein? Die Antwort darauf ist ein klares Nein. Und ich glaube, ich höre dich schon ein bisschen aufatmen. Also lass uns mal einen kritischen Blick auf den zuckerfreien Trend werfen und ich erzähle dir, was ich davon halte.

 

Keine Zeit fürs Video? Du liest lieber? Kein Problem:

Warum ist Zucker plötzlich der Bösewicht?

Es ist kein Geheimnis, dass zu viel Zucker in unserer Ernährung negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. Doch warum wird Zucker so oft als der Hauptübeltäter für unsere Schilddrüsenprobleme dargestellt?

Die Antwort ist einfach: Weil es ein leichter Sündenbock ist. Aber die Wahrheit ist: Unsere Schilddrüsenprobleme sind viel komplexer und nicht allein auf Zucker zurückzuführen.

 

Zucker hat in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit als vermeintlicher Hauptübeltäter für viele gesundheitliche Probleme erhalten, einschließlich Schilddrüsenproblemen. Dies liegt an mehreren Faktoren:

 

Komplexe Zusammenhänge werden vereinfacht

Zucker ist ein leicht verständliches Thema und somit auch ein einfacher Sündenbock. Denn der Bösewicht Zucker bringt ganz viele komplexe gesundheitliche Zusammenhänge auf einen vermeintlich einfachen Nenner. Wenn Schilddrüsenprobleme so einfach zu heilen wären, dann würde ich definitiv Juhu schreien. Aber Schilddrüsenproblem haben durchaus vielfältige und komplexe Ursachen, aber die sieht man dann nicht mehr, weil es muss ja der Zucker sein.

Löffel mit Zucker und Zuckerwürfeln

Zucker hat einen schlechten Ruf

In den letzten Jahren gab es immer mehr Studien und Berichte, die auf die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von zu hohem Zuckerkonsum hingewiesen haben. Und das ist ja auch richtig so. Da ging es zum Beispiel um ein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Karies. Eine Hauptursache war er jedoch nicht in jedem Fall. Da gehört schon etwas mehr dazu.

 

Lebensmittelindustrie hat einen großen Einfluss

In vielen verarbeiteten Lebensmitteln ist Zucker enthalten, oft in großen Mengen. Da sich immer mehr Menschen der negativen Auswirkungen von Zucker bewusst werden, hat die Lebensmittelindustrie begonnen, zuckerfreie oder zuckerreduzierte Produkte zu bewerben. Dies erweckt zum einen den Eindruck, dass Zucker die Hauptursache für gesundheitliche Probleme ist, und führt dazu, dass Konsumenten zuckerfreie Produkte als die gesündere Option wahrnehmen. Und zum anderen verschleiert es die ganzen Decknamen von Zucker, der ja trotzdem noch überall enthalten ist. Ist auch irgendwie logisch, denn einen Teil der Namen kennt man nicht und einige kann man nicht mal aussprechen.

 

Trenddiäten und Ernährungsmythen

In den Medien und sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche Trenddiäten und Ernährungsmythen, die oft den Verzicht auf Zucker anpreisen. Diese Trends können natürlich dazu führen, dass Menschen glauben, eine zuckerfreie Ernährung sei die Lösung für alle ihre gesundheitlichen Probleme, einschließlich Schilddrüsenproblemen. Ist natürlich Quatsch. Aber irgendeine Sau muss immer durchs Dorf getrieben werden.

Zuckerfrei

 

Und wozu führt das alles?

Du kannst nicht widerstehen, isst Schokolade oder Kuchen und wie fühlst du dich? Schuldig. Toll. Noch eine negative Auswirkung, die du nicht benötigst.

 

Nicht nur Zucker – auch andere Süßungsmittel haben eine Wirkung im Körper

Oft denken wir, dass der Wechsel von herkömmlichem Zucker zu "gesünderen" Alternativen wie Honig, Trockenobst, Ahornsirup, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker, Xylit und so weiter das Problem lösen wird. Doch die Wahrheit ist, dass auch diese Süßungsmittel Auswirkungen auf unseren Körper haben, die nicht unbedingt vorteilhaft sind. Wenn ich jetzt alle Fakten aufzähle, sprengt das den Rahmen.

Aber du kannst dir einfach diese zwei Punkte merken: 

  1. Ersetzt du Zucker gegen ein „flüssigeres“ Süßungsmittel, dann benötigst du meist deutlich mehr, denn die Süßkraft ist schwächer. 
  2. Und häufig sind große Mengen Fructose darin enthalten und damit schädigst du deiner Gesundheit mehr als mit Zucker selbst. Ich sage nur: Stichwort Fettleber.

Und ja, es gibt viele weitere Stoffe wie Xylit, Erythrit, Sorbit, Stevia und so weiter. Ist aber auch nur Augenwischerei, wenn du das Grundproblem nicht in den Griff bekommst, deine Ernährung auf eine vernünftige Basis zu stellen.

Und schmecken dir diese Stoffe genauso gut wie Zucker? Mir nicht…

 

Was die Schilddrüse wirklich braucht 

Um die Schilddrüse optimal zu unterstützen, benötigst du eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung. Dazu gehören:

  1. Essenzielle Nährstoffe: Jod, Selen, Zink, Eisen und Vitamin D sind wichtige Nährstoffe für die Schilddrüse. Achte darauf, dass du genug davon über deine Ernährung oder gegebenenfalls durch Nahrungsergänzungsmittel aufnimmst.
  2. Ausreichend Energie: Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Energiebedarf des Körpers reduzieren. Um deine Schilddrüse zu unterstützen, achte darauf, ausreichend Kalorien zu dir zu nehmen, damit dein Körper genug Energie hat, um alle wichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten.
  3. Eine gute Balance aus Makronährstoffen: Eine ausgewogene Aufnahme von Eiweiß, Fetten und Kohlenhydraten hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und beugt Heißhungerattacken vor.

Gesunde  Ernährung für die Schilddrüse

 

Warum du wirklich zu Zucker greifst

Ja, eine zuckerfreie Ernährung kann in einigen Fällen helfen, die Symptome zu lindern, aber sie ist sicherlich nicht die Lösung für Schilddrüsenprobleme. Viel wichtiger ist die Frage, warum du zu Zucker greifst. Und davon im schlimmsten Fall kaum loskommst.

 

Eines der am meisten unterschätzten Faktoren bei Schilddrüsenproblemen ist Stress. Chronischer Stress kann die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und so zu einer Verschlechterung der Symptome führen. Wenn du nicht darauf achtest, genügend Entspannung, Pausen, ausreichend Schlaf und regelmäßige Mahlzeiten in deinen Alltag einzubauen, dann wirst du immer wieder in die Schieflage kommen und hast Süßhunger.

Gestresste Person hat Süßhunger

Wenn du dich vernünftig ernährst und der Körper alles bekommt, was er benötigt, dann hast du keinen Heißhunger auf Zucker und das ganze Thema Zuckerfrei wäre komplett überflüssig. Das sehe ich ja immer wieder in meinen Coachings. In echtem Essen ist kein Zucker versteckt. Also ist es auch kein Thema, wenn du dir einen richtigen Kuchen aus vernünftigen Zutaten mit Zucker zubereitest oder mal Schokolade ist. Der Elefant steht dann gar nicht mehr im Raum.

 

Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen

Einfach blind einem Trend folgen bringt eben nichts. Jeder Körper ist anders, und was für den einen funktioniert, muss nicht unbedingt für den anderen passen. Daher ist es wichtig, auf die individuellen Bedürfnisse und Empfindlichkeiten deines Körpers zu achten.

Ernähre dich mit echtem Essen, höre auf deinen Körper und finde heraus, was für dich am zuverlässigsten funktioniert.

 

Fazit

Eine zuckerfreie Ernährung ist kein Allheilmittel für Schilddrüsenprobleme. Es ist wichtig, den Fokus auf eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung zu legen und die individuellen Bedürfnisse deines Körpers zu berücksichtigen. Eine optimale Schilddrüsenfunktion hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der richtigen Nährstoffzufuhr, ausreichend Energie und einem guten Gleichgewicht aus Makronährstoffen.

Vergiss auch nicht, den Stress in deinem Leben zu reduzieren, um letztlich nicht nur deiner Schilddrüse gesunde Rahmenbedingungen zu bieten. Ernährst du dich vernünftig und typgerecht, ist das Thema Zucker kein Thema mehr.

Also lass dich nicht von überholten Ernährungsmythen und Trenddiäten in die Irre führen. Hör auf, die eine Sache zu suchen, die an allem Schuld ist. Die gibt es nicht. Es ist immer eine ganzheitliche Betrachtung. 

Wenn du einen konkreten Fahrplan haben willst, wie du deine Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion auf natürlichem Weg verbessern kannst, dann melde dich für ein kostenloses Beratungsgespräch. Gemeinsam finden wir heraus, wie du deine Schilddrüse optimal unterstützen und dein Wohlbefinden steigern kannst. Mach keine Umwege mehr, sondern mach es ganzheitlich richtig.

Du kannst alles ändern, was du willst. Und mit Leichtigkeit den Griff zu Süßigkeiten und Co.!

 

Über die Autorin

Nadine Kranz ist Expertin für Schilddrüsen- und Hormongesundheit. Sie hilft Frauen, ihre Hashimoto oder Schilddrüsenunterfunktion mit individuell optimierter Ernährung und ein paar kleinen Veränderungen in der Lebensweise effektiv und nachhaltig zu verbessern. 

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