Mikronährstoffmangel & Symptome

Eine nicht ausreichende Versorgung mit Vitaminen und anderen Mikronährstoffen kann zu schweren Störungen im Körper führen. Stoffwechselvorgänge können nicht mehr korrekt ablaufen und langsam schleichen sich immer mehr Befindlichkeitsstörungen und diffuse Symptome ein. Durch eine über Jahrzehnte praktizierte Mikronährstoff-Unterversorgung durch Zuführen von industrieller Nahrung, stark verarbeiteten Lebensmitteln und der allgemeinen Vitalstoffeinbußen von Lebensmitteln können sich langfristig Zivilisationskrankheiten entwickeln. Hinzu kommt noch der erhöhte Verbrauch durch Stress, Umweltgifte, Schadstoffe, Alkohol, Rauchen und vieles mehr.

Die teilweise niedrig angesetzten Empfehlungen der DGE für die Mikronährstoffzufuhr beziehen sich auf den Bedarf von gesunden Erwachsenen ohne Risikofaktoren. Dabei werden Personen, die an akuten/chronischen Krankheitenleiden ebensowenig erfasst wie Personen, die regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum Medikamente einnehmen.

Ein Mikronährstoffmangel kann ein bedeutsamer Risikofaktor bei der Entstehung von chronischen Erkrankungen sein!

©Vitalessenz

Welche Symptome treten auf?

Das ist sehr unterschiedlich und wird auch subjektiv anders wahrgenommen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass folgende Symptome alleine oder in Kombination auftreten und länger anhalten: Appetitlosigkeit, allgemeine Schwäche, Lern- und Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, erhöhte Infekt- oder Stressanfälligkeit, Müdigkeit, geringe Stressresistenz, Reizbarkeit, Muskelschwäche, Haarausfall, Unruhe, depressive Verstimmungen und vieles mehr.

Seien Sie aufmerksam, wenn diese Symptomen anhalten und haben Sie einen Mikronährstoffmangel im Auge. Der Mikronährstoffstatus kann mit der heutigen Labordiagnostik durch Ihren Arzt überprüft werden. Dazu wird eine sog. Vollblut-Analyse als spezielles Messverfahren angewandt, damit auch die Nährstoffe in den Zellen und nicht nur in der Blutflüssigkeit erfasst werden. Die Kosten dafür richten sich nach der Anzahl der zu untersuchenden Vitalstoffe und Laborparameter und fallen weitestgehend unter die IGeL-Leistungen.

Eine Bioscan-Messung kann einen ersten Einstieg ins Thema ermöglichen und ggf. die beim Arzt zu überprüfenden Vitalstoffe etwas eingrenzen. Lassen Sie sich gerne beraten.

Arzneistoffe können den Mikronährstoffhaushalt beeinflussen

Mittlerweile hat es sich schon etwas mehr rumgesprochen, dass z.B. Antibiotika die Darmschleimhaut beeinflussen. Viele andere Arzneistoffe haben jedoch ähnliche Effekt auf den Körper. Insbesondere bei einer Dauermedikation von verschiedenen Tabletten sind diese Stoffe für den Körper wie Gift und müssen entsorgt werden. Auch verbrauchen bestimmte Medikamente in großer Menge bestimmte Mikronährstoffe, die dem Körper in der Folge fehlen. Zu allem Überfluss müssen bestimmte Arzneistoffe dieselben Transport- und Stoffwechselwege wie Mikronährstoffe nutzen. So kommt es immer zu Wechselwirkungen mit dem Mikronährstoffhaushalt. Viele Menschen wissen deshalb nicht, dass ggf. zur Einnahme von Medikamenten die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ratsam wäre. Dauerhaft entsteht dadurch ein Mangel, der weitere Folgen haben kann.

Besprechen Sie deshalb bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme etwaige Wechselwirkungen mit Ihrem Arzt und/oder Apotheker.

Beispielhafte Einwirkungen von Arzneistoffen auf Mikronährstoffe:

  • Abführmittel → Magnesium, Kalium, Folsäure
  • Antibiotika → Vitamin C
  • Antiepileptika →  Vitamin D, Vitamin K, Calcium
  • Diuretika → Magnesium, Kalium, B-Vitamine
  • entzündungshemmende Mittel vom Cortisol-Typ →  Vitamin D, Calcium
  • Protonenpumpenhemmer → Vitamin B12, Folsäure, Magnesium, Calcium
  • orale Antidiabetika →  Vitamin B12
  • Statine →  Coenzym Q10, Selen, Vitamin D
  • Rheumamittel →  Folsäure

Für weitere Informationen siehe z.B. Mikronährstoff-Effekte von Arzneistoffen.

Quellen:

  • Gröber: Orthomolekulare Medizin, 2008
  • Gröber: Arzneimittel und Mikronährstoffe: Medikationsorientierte Supplementierung, 2018
  • Smollich & Pfeiffer: Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln und Lebensmitteln, 2016